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10. 05. 2017

Gartenzwerge: Zusatzsortiment zwischen Kitsch und Kult?

Taugt der Gartenzwerg als Zusatzsortiment für Gärtnereien?

Am Thema Gartenzwerge scheiden sich die Geister. Die einen halten sie für Kult, andere finden sie kitschig und spießig. Aber ein Gartenzwerg ist eine pfiffige Idee für die Sommerparty, er ruft Begeisterung oder Ablehnung hervor – auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Auch der grüne Fachhandel verzeichnet einen steigenden Absatz der drolligen Gesellen. Marketingberater Knut Steffen besuchte die Gärtnerei Schullian, die den Trend in einer Ausstellung aufgegriffen hat.

Gartenzwerge gehören seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Gartenkultur. Zurzeit erleben sie eine Renaissance und haben bei manchen Menschen Kultstatus. So hat der Absatz der Gartenzwerge im grünen Fachhandel in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Heute stehen Gartenzwerge nicht mehr für Spießigkeit und schlechten Geschmack, sondern sind inzwischen für viele Menschen Kult, auch wegen einer veränderten Einstellung zu Kitsch und Ästhetik.

Gärtnerei bietet Events mit Niveau

Die Gärtnerei Schullian im Südtiroler Bozen macht regelmäßig durch außergewöhnliche Aktionen auf sich aufmerksam. Inhaberin Martina Schullian ist Floristin, aber auch studierte Kunsthistorikerin. Ob Kochkurs mit Kräutern und Blüten mit Südtiroler Spitzenköchen, Lesungen in Zusammenarbeit mit einem Bozener Verlag oder Ausstellungen mit bekannten Südtiroler Künstlern – die Gärtnerei bietet ein Programm der Spitzenklasse, das vor allem gehobene, kaufkräftige Kundenschichten anspricht. Zu jeder Aktion gibt es künstlerisch gestaltete Einladungskarten, die als Direct-Mailing und persönlich an Kunden verteilt werden, Werbung in Zeitung sowie Radio und Flyer.

Ausstellung: „Kitsch oder Kult – der Gartenzwerg“

Im Juni 2016 setzte Martina Schullian eine außergewöhnliche Ausstellung in Szene: „Kitsch oder Kult – der Gartenzwerg“ lautete das provokative Thema. In Zusammenarbeit mit Kunsthistorikern trug Martina Schullian 200 sehr unterschiedliche Gartenzwerge (zum Teil als wertvolle Leihgaben) zusammen und zeigte sie mit entsprechenden Erläuterungen, gut geschützt in Glasvitrinen. Sehr fruchtbar war auch die Zusammenarbeit mit der Gartenzwerg-Manufaktur Griebel im thüringischen Gräfenroda. In der Ausstellung wurden Gartenzwerge verschiedener Epochen präsentiert – vom Klassiker mit Schürze, Schubkarre oder Laterne bis hin zu satirischen Zwergen, die auch mal Politiker aufs Korn nahmen.

Sprechstunde des „Gartenzwerg-Doktors“

Eine Diskussionsrunde hat sich mit viel Humor und einem Augenzwinkern dem Thema gewidmet. Abgerundet wurde das Programm durch eine „Sprechstunde“ eines Gartenzwerg-Doktors, der lädierte Gartenzwerge reparierte oder Empfehlungen für eine sanfte Reparatur gab. Daneben kreierte Martina Schullian (in Zusammenarbeit mit der Gartenzwergmanufaktur Griebel) den Gartenzwerg Bruno, der als Symbolfigur mit zünftiger Südtiroler blauer Schürze in allen Südtiroler Gärtnereien erhältlich ist. Nach Auskunft von Martina Schullian wird der Bozener Gartenzwerg gerne als Geschenk gekauft. „Das hatte ich so nicht erwartet“, berichtet die Südtirolerin.

Ob der Gartenzwerg ins Sortiment passt, muss der Betrieb entscheiden

Das Thema Gartenzwerge wird durchaus kontrovers diskutiert, und ob diese kitschigen oder kultigen Figuren ins Sortiment passen, muss jeder Betrieb für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall ist mit Gartenzwergen die Aufmerksamkeit garantiert. Und nicht nur die klassischen Gartenzwerge mit der roten Mütze, sondern auch Gartenzwerge aus Beton für den Garten sind wieder gefragt – und ein beliebtes Gastgebergeschenk oder auch eine witzige Dekoration für Gartenpartys.

Mehr zum Thema Zusatzsortimente rund um Feiern im Freien lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der g&v.

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