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10. 02. 2017

Interview: mit dem Wettbewerb zusammenarbeiten

Kai Jentsch führt gemeinsam mit seiner Frau Birte im norddeutschen Bargteheide erfolgreich eine Einzelhandelsgärtnerei. Foto: Martin Hein
Erstellt von Martin Hein

Auf den Wettbewerb zugehen, mit ihm gemeinsam erfolgreich sein – ein ungewohnter Gedanke, der aber immer mehr zur Zukunftssicherung beiträgt. TASPO GartenMarkt sprach darüber mit Kai Jentsch, Floristmeister und Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Fachverband Deutscher Floristen.

Als der Gesetzgeber vor Jahrzehnten erlaubte, dass Tankstellen rund um die Uhr Blumen verkaufen durften, wurde ein Feindbild aufgebaut: die bösen Tankstellen. Einige Blumeneinzelhändler haben aber damals gesagt: Wenn die Tankstellen schon Blumen verkaufen dürfen, dann sollen es zumindest meine sein. Auf welcher Seite stand das Unternehmen Jentsch?

Wir haben den Tankstellen in der Umgebung Blumen geliefert, das Geschäft haben wir mitgenommen, klar! Das hat auch einige Jahre gut funktioniert, bis die Tankstellenketten auf Rahmenverträge umsattelten. Mitmachen, weil man die anderen nicht besiegen kann – das schon. Wenn es sich aber gar nicht mehr rechnet, dann sollte man etwas Neues suchen.

In Hamburg hat Monika Nieland, Ex-Europameisterin der Floristen, im Foyer eines großen Edeka-Marktes ein Blumenfachgeschäft eröffnet. Wie ist so ein Schritt zu bewerten?

Absolut positiv. Und zwar für beide Seiten. Monika Nieland hat einen Top-Standort mit hoher Kundenfrequenz – und muss den Fachgeschäftscharakter nicht verleugnen. Edeka Niemerszein hat das für den LEH leidige Thema Blumen und Pflanzen bestens eingetütet, der Markt profitiert sogar vom Fachgeschäftscharakter, vom Frische-Image.

Warum sind dann solche Kooperationen so selten?

Ich vermute, weil die Professionalität unserer Branche unterschätzt wird. Im Norden empfiehlt Edeka den selbstständigen Händlern, das Blumengeschäft selbst zu übernehmen. Das funktioniert aber oft nicht, weil die Sache viel mit Handwerk zu tun hat. So unkompliziert wie Mehl und Milch lassen sich Blumen nicht verkaufen.

Das wissen auch die Marktbesitzer, sie kennen ja den Aufwand, der etwa bei Frischfleischtheken anfällt. Ein weiterer Hinderungsgrund dürfte sein, dass sich mit Blumen nicht die Mieten erwirtschaften lassen, die an solchen Standorten vorausgesetzt werden.

Wie bei Monika Nieland: Der Vermieter muss solch eine Kooperation auch wollen und adäquate Mieten offerieren.

Das komplette Interview mit Kai Jentsch lesen Sie im neuen TASPO GartenMarkt, der am 10. Februar 2017 erscheint.

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