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21. 04. 2017

„Lohnniveau in der Floristik vergleichbar mit anderen Einzelhandelsbereichen“

Kai Jentsch ist Vorsitzender des FDF-Fachausschusses für Tarif & Soziales. Für ihn ist der entscheidende Faktor für steigende Löhne immer auch die Wertschöpfung jedes einzelnen Arbeitnehmers in unserer Branche. Foto: FDF

In unserer Online-Umfrage „Gehälter und Zufriedenheit in der Grünen Branche“ zeigten sich nur rund zehn Prozent der teilnehmenden Floristen mit ihrem Gehalt zufrieden. Wir haben den Fachverband Deutscher Floristen mit dem Ergebnis konfrontiert und gaben dem Vorsitzenden des Fachausschusses für Tarif & Soziales, Kai Jentsch, Gelegenheit für einen Kommentar. 

Jentsch: Steigende Löhne erst mit steigender Nachfrage realisierbar

„Grundlegend ist das Lohnniveau in der Floristik durchaus vergleichbar mit den Gehältern in anderen Bereichen des Einzelhandels. Steigende Löhne sind nur realisierbar mit einer steigenden Nachfrage unserer Produkte. Jeder, der in unserer Branche beschäftigt ist, kennt jedoch die Situation im Floristik-Fachhandel. Unternehmer und ihre Mitarbeiter in der Floristik befinden sich in einem täglichen Wettbewerb mit branchenfremden Anbietern. Hinzu kommt die Wahrnehmung von Blumen als Luxus-Produkt sowie die steigende Tendenz zum Online-Einkauf in unserer Gesellschaft. Für diese unterschiedlichen Herausforderungen gibt es keine allgemeingültige Lösung für die Branche. Hier ist jeder einzelne Unternehmer gefragt, sein Profil in einem sich stark verändernden Markt zu schärfen, unternehmerische Nischen auszuloten, die richtigen Angebote für seine Kunden und seinen Standort zu entwickeln und mit neuen Ideen immer wieder neue Kaufimpulse zu setzen.“  

Floristische Dienstleistung wird immer aufwendiger und kostenträchtiger

„Neben dem reinen Warenwert ist heute die floristische Dienstleistung immer aufwendiger und kostenträchtiger. Daher ist der entscheidende Faktor für steigende Löhne immer auch die Wertschöpfung jedes einzelnen Arbeitnehmers in unserer Branche. Es ist somit wichtig, den Fokus auf eine transparente Kalkulation der Dienstleistung zu legen, damit der Kunde erfährt, wofür er bezahlt. Denn das unsere floristische Leistung geschätzt wird, steht außer Frage. Wir müssen diese floralen Dienstleistungen jedoch auch erfolgreich anbieten und abrechnen. Vielfach werden in Blumengeschäften Produkte und Dienstleistung unter Wert verkauft. Auch vor diesem Hintergrund ist entscheidend, dass wir mit Professionalität und Selbstbewusstsein unseren Beruf bzw. floristische Kompetenz vor den Kunden und in der Öffentlichkeit darstellen. Das gilt für Unternehmer ebenso wie für die Mitarbeiter in den Blumengeschäften. Betriebe, die erfolgreich im Markt agieren, werden ihre Mitarbeiter sicherlich auch über Durchschnitt entlohnen.“


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Neue Kommentare (1)

  1. Jörg Händler
    Jörg Händler am 27.04.2017
    Immer wieder wird die grüne Branche aufgrund ihrer relativ niedrigen Löhne angegriffen. Ja, es stimmt, dass die Löhne hier niedrig sind. Aber das hat auch Ursachen. Seit Jahren greift der Discounthandel massiv in die grüne Branche ein. Gärtner und Floristen müssen zusehen, wie ihre Produkte sozusagen gegenüber zum Teil unter dem eigenen Einkaufspreisangeboten werden. Die Fachleute übernehmen die Beratung dann auch noch... und der Kunde kauft dann doch beim Discounter. Damit hat aber auch unsere Ware einen " Ramschcharakter" (letzte Woche LIDL Phalaenopsis 2-Trieber 5,99). Und nun noch möglichst Löhne wie in der Industrie. Dieses Ungleichgewicht wird sicher noch einige Opfer kosten. Es gibt natürlich auch Kollegen, die unbedingt ihre Leistung verschenken müssen. Aber langfristig scheitern wir wahrscheinlich an den Handelsketten, die unserer Ware jedwede Wertigkeit nehmen.

    Viel Freude beim Nachdenken

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