News

BGI-Schnittblumentag: Gibt es einen Markt für neue Produkte?

Braucht der Handel neue Produkte und Qualitäten? Um diese Frage ging es unter anderem beim 4. Schnittblumentag des Verbands des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI).

Deckt das Angebot am Markt die bestehende Nachfrage, oder sind neue Produkte und Qualitäten notwendig? Foto: BGI

Sich neuen Trends öffnen und für sich interpretieren

„Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass die junge Generation heute nur noch Pommes frites aus Süßkartoffeln essen möchte, von Quinoa und Chia ganz zu schweigen?“, zog einer der in Straelen teilnehmenden Großhändler den Vergleich zum Bereich Lebensmittel. Ähnlich stelle sich die Situation auch im Handel mit Schnittblumen dar – sich neuen Trends zu öffnen und diese für sich zu interpretieren, ist eine wichtige Grundlage für zukünftigen Geschäftserfolg.

Entsprechend können neue Lieferländer, Produkte und Qualitäten zur eigenen Profilierung beitragen und für das „gewisse Extra“ sorgen, so die Auffassung mehrerer Großhändler.

Neue Produkte am Markt etablieren: langer Atem gefragt

Andere hingegen vertraten die Ansicht, dass das bestehende Angebot die vorhandene Nachfrage hinlänglich deckt und es vielmehr darauf ankomme, die über mehrere Jahre gewachsenen Kontakte und Handelswege zu nutzen. Neue Produkte am Markt zu etablieren und für sie eine ausreichende Nachfrage im Einzelhandel zu generieren, stelle sich dagegen schwierig dar und bedürfe eines langen Atems seitens der Großhändler.

Ebenfalls Thema auf dem 4. Schnittblumentag war die sogenannte positive Kommunikation. Als Referent dazu hatte der Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels Jeroen Oudheusden als Vertreter der Floriculture Sustainability Initiative (FSI) nach Straelen eingeladen. Ein Beispiel für positive Kommunikation sei die Zielsetzung der FSI-Mitglieder, dass 2020 90 Prozent der Blumen und Pflanzen im Markt verantwortlich produziert und gehandelt werden.

Positive Kommunikation: Tu Gutes und rede darüber

Auf dem Weg dorthin stehen unter anderem die Stärkung von Frauen in der Gesellschaft, existenzsichernde Löhne, eine verbesserte Transparenz in der Kette, integrierter Pflanzenschutz und das Abwasser-Management in den jeweiligen Produktionsländern im Fokus. Um der Diskussion über negative Umwelteffekte durch den Zierpflanzenbau ein Gegengewicht zu geben, gelte es, das auch zu kommunizieren, so Oudheusdens Forderung.

Weitere Themenbereiche, die beim 4. Schnittblumentag, der unter dem Motto „Import-Aktivitäten neu denken“ stand, waren unter anderem:

  • die Aktivitäten des Import Promotion Desk
  • digitale Informations- und Handelsplattform „Chain of Trust“
  • die logistische Praxis der Importe am Frankfurter Flughafen als Drehkreuz
  • die Holland Flower Alliance

Jetzt lesen!