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Blumenhaus Inge: Wiesbadener Florist setzt auf „chillig“

Eigentlich wollte Andreas Slotty gar nicht mehr selbstständig als Florist arbeiten. Er war den ganzen Druck leid. Aber mit dem „Blumenhaus Inge“ in Wiesbaden und einem neuen, entspannteren Unternehmenskonzept ist er heute froh, es noch einmal gewagt zu haben.

Florist setzt Meilensteine – und sich damit unter Druck

Slotty ist in der Branche kein Unbekannter: Rund 15 Jahre lang führte der Florist in Oberhausen das Geschäft „Art Floral“ erfolgreich, war mehrfach Finalist des damaligen g&v-Wettbewerbs „Triadem“, erreichte gute Platzierungen bei Straußwettbewerben, gestaltete Tischdekos für das „Perfekte Dinner“ im Ruhrgebiet, stattete Geheimkonzerte der Lokalradios Nordrhein-Westfalen blumig aus. Auch für einige Politiker, Stars und Promis bis hin zu Elton John arbeitete er schon.

Solche Meilensteine erzeugen aber immer auch viel Druck – oben zu bleiben, die hohen Erwartungen zu erfüllen und zu übertreffen. Als private Probleme dann auch geschäftliche begründeten, gab „Andi“ Slotty, wie er in Floristen- und Bekanntenkreisen genannt wird, das „Art Floral“ auf, nahm sich ein dreiviertel Jahr Auszeit und ließ sich dann überreden, als leitender angestellter Florist in einem Gartencenter zu arbeiten. „Keine gute Entscheidung“, blickt er heute zurück: „Ich fühle mich doch eher dazu berufen, einen eigenen Laden zu führen“, lacht er.

Neues, entspanteres Konzept für das „Blumenhaus Inge“

Gesagt, getan fand er in seiner neuen Wahlheimat Wiesbaden das damals geschlossene „Blumenhaus Inge“, an dem sich schon drei Nachfolger erfolglos versucht hatten. Es war durch die bisherige Besitzerin eher als Werkstatt geführt worden und hatte sich unter anderem mit besonderer Trauerfloristik einen guten Namen gemacht. Besitzerin Inge Weinberger übergab den auf ihrem eigenen Grundstück gelegenen Laden nur zögerlich an Andi Slotty. Und auch der wusste um die besonderen Hürden des Geschäfts: „Abgelegen, am Ende des Ortes, versteckt hinter einer Hecke – eigentlich nur etwas, was Kunden bewusst suchen und aufsuchen müssen.“

Dennoch – nach nunmehr fünf Jahren, komplettem Ausbau, Erweiterung der Räume und guter Mund-zu-Mund-Propaganda – läuft das „Blumenhaus Inge“ heute wieder rund und gut. Dafür hat Andi Slotty einiges getan – allem voran ein Konzept entwickelt, das ihm, seinem Partner und dem dreiköpfigen Floristen-Team ein entspannteres Arbeiten ohne Dauerdruck ermöglicht. „Wir sind jünger, moderner – aber auch gereifter und gelassener als früher“, fasst er seine Veränderungen zusammen. „Ich wollte ein Geschäft haben, in dem alles aus einer gewissen Leichtigkeit heraus funktioniert.“ Gelungen ist ihm das durch viele kluge Schachzüge.

Slotty mit seinen Sträußen permanent in den neuen Medien präsent

Ein wichtiger Punkt sind die neuen Medien, in denen das Blumenhaus Inge mit seinen Werkstücken permanent präsent ist. Dabei bedient Andi Slotty zwei Schienen: Die Käufer des kleinen, rundgebundenen „Knubbelstraußes“ genauso wie die Liebhaber des blumig-wiesigen, lockeren Styles. Was Slotty darunter versteht, zeigt beispielsweise sein mediterraner Strauß „Sommerbrise“, mit dem er kürzlich „g&v-Florist des Monats“ wurde. Diese größeren, speziellen Sommersträuße werden von der kaufkräftigen Wiesbadener Klientel durchaus öfter nachgefragt.

Solche Sträuße in den Medien bringen Präsenz – und ziehen Kunden auch von weiter her an. Genauso wie die Junggesellen-Abschiede, die Slotty seit rund einem Jahr erfolgreich anbietet: Mittlerweile fast jeden Samstag ist das „Blumenhaus Inge“ Seminartreff für eine Brautgruppe, die hier entspannt bei Sekt und Musik Kopfkränze bindet. „Das ist etwas, das wir auch noch mehr ausbauen wollen: die DIY-Schiene und Kundenseminare“, so Slotty. Derzeit scheitere das noch an den personellen Kapazitäten. Und ein neuer Seminarraum soll auch noch her. (Katrin Klawitter)

Mehr zu Andi Slotty und seinem „Blumenhaus Inge“ lesen Sie in der TASPO 28/2019, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.

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