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Duftender Zwergflieder

Wenn der weiße Flieder wieder blüht... dann, ja dann ist der Frühling endgültig angekommen. Aber nicht nur weißer Flieder in der Vase erfreut Herzen und Nasen, sondern ebenso Fliedersorten in allen erdenklichen Violett- und Rosatönen. Nicht umsonst heißt Flieder im Französischen ja einfach „Lila“. Und zudem gibt es hübsche Zwergsorten, die im Kübel eine Zierde jeder Terrasse sind, findet Katharina Adams.

Volle Blüten auch für kleinsten Raum: hier der Zwergflieder 'Bloomerang Dark Purple' in Violett. Foto: Plantipp

Ein Denkmal für den Zwergflieder

Nur wenige Sträucher verströmen einen angenehmeren Duft als der Flieder, der beinahe schon zum deutschen Kulturgut gehört und besonders in ländlichen Gärten häufig zu sehen ist. Er ist eine der typischsten und beliebtesten Frühlingspflanzen. Im 19. Jahrhundert wurde er sehr populär – vor allem in Frankreich, in der Gärtnerei Lemoine in Nancy, entstanden viele neue Sorten. Der Züchter Victor Lemoine war damals in seinem Heimatland so berühmt, dass man ihm dort ein Denkmal errichtete.

Von reinem Weiß über Rosa bis hin zu dunklem Purpurrot reicht die typische Palette der Blütenfarben. Flieder eignet sich nicht nur für den Einzelstand, er wird auch gerne für Blütenhecken verwendet. Dabei ist er äußerst anspruchslos und wächst überall im Garten, solange man ihm genügend Sonne gönnt. Die meisten Arten der Gattung, unter ihnen Syringa vulgaris, aus der die meisten Kultursorten hervorgegangen sind, stammen aus Gebieten, die sich vom Balkan bis in die Türkei erstrecken. Daher kommen sie auch mit längerer Trockenheit gut zurecht, verfügen aber trotzdem über eine hervorragende Winterhärte.

Kompakte Sorten für wenig Platz

Auch für kleine Gärten und sogar Kübel gibt es schwachwüchsige Arten und Sorten. Eine hübsche Sorte mit ausgesprochen kompaktem Wuchs ist die Sorte ‘Tinkerbelle’, die nur 1,5 Meter hoch wächst. Ihre weinroten Blütenknospen öffnen sich zu würzig duftenden leuchtend rosa Blütenständen, die hervor-ragend mit dem hellgrünen Laub harmonieren.

Etwas Besonderes ist Syringa reticulata ‘City of Toronto’, eine spät blühende Sorte mit elfenbeinweißen fedrigen Blütenständen. Sie lässt sich auch gut als Hochstämmchen erziehen und ist somit besonders für die Kultur im Kübel geeignet.

Eigentlich verbindet man Fliederduft ja mit dem Monat Mai. Wenn es keine allzu heftigen Wetterkapriolen gibt, blühen die früheren Sorten immer um den ersten Mai herum und sind geschnitten eine wunderbar duftende Tischdekoration für den Maiball. Aber es gibt keinen Grund, warum der köstliche Duft die Menschen nicht auch in Sommer oder sogar im Herbst erfreuen sollte.

Lesen Sie in der aktuellen März-Ausgabe mehr über den Zwergflieder, remontierende Fliedersorten und neue Serien.

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