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Echter Lavendel aus britischen Gefilden für den Garten

Lilafarbene Felder, ein aromatischer Duft und Bienen, die von einer Blüte zur nächsten fliegen – kaum eine andere Pflanze ist so auffällig wie der klassische violette Lavendel. Doch nicht jede Sorte ist so schädlings- und wetterresistent wie der Echte Lavendel, der inzwischen im milden Klima Großbritanniens sein Zuhause gefunden hat und auch hierzulande in frischer Blüte erstrahlt.

Ein farbiges und duftendes Highlight vor allem zur Sommerzeit: Lavendel. Foto: Helix

Lavendel aus Großbritannien zeigt sich besonders robust gegenüber dem milden europäischen Klima. Foto: Helix

Lavendel = Lavendel?

Sind alle Lavendelsorten gleich? Falsch gedacht. Denn viele wissen nicht, dass es sich bei dem Lavendel in der Provence um keinen Echten Lavendel handelt, sondern um Lavandin. Lavandin ist eine natürliche und sterile Kreuzung des Lavandula angustifolia und dem Breitblättrigen Lavendel mit dem Namen Lavandula latifolia. Vor allem in der Landwirtschaft wird Lavandin bedingt durch seine üppige Blütenfülle angebaut für die Produktion von Öl und Duftstoffen, wie sie in Duftsäckchen enthalten sind. In Waschmittel, Seifen oder Schaubädern ist in der Regel das Öl des Hybridlavendels enthalten. Die Blüten und Blätter haben ein schwächeres Aroma, welches an Kampfer erinnert und weniger fein wahrgenommen wird. Damit gilt das Öl als weniger edel und auch die medizinische Wirkung erreicht nie des Echten Lavendels.

Dafür macht Lavandin schnellere und größere Erträge möglich und dominiert so inzwischen über dreiviertel der provenzalischen Anbauflächen – und das möglicherweise nur noch auf absehbare Zeit. Durch den Befall des Lavendels von einer Zikadenart, welche durch das Saugen an den Blüten ein Bakterium überträgt, vergilbt der Lavandin. Auch der Echte Lavendel zeigt die gleichen Symptome. Mit den immer trockeneren und heißeren Sommern steigt die Anzahl der Schädlinge, die für enorme Ertragsausfälle sorgen. Um der Entwicklung entgegen zu wirken, muss eine möglichst resistente Sorte gezüchtet werden.

Echter Lavendel mit historischem Ursprung

Im Gegensatz zu Lavandin entwickelt der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) nur eine Blütenrispe pro Stängel und weist ein niedrigeres Wachstum auf. Er ist namentlich auf die Römer und dem lateinischen Begriff für Waschen („lavare“) zurückzuführen, die aus seinen Blüten Badezusätze produzierten. Seinen Ursprung hat er in felsigen und trockenen Höhenlagen des Mittelmeergebiets. Entdeckt wurde er von Benediktinermönchen im 11. Jahrhundert, anschließend nach Nordeuropa gebracht und aufgrund seiner Heilkräfte in Klostergärten gepflanzt.

Bereits die berühmte Nonne Hildegard von Bingen (1098-1179) griff den Lavendel in ihrer naturkundlichen Schrift „Physica“ mit den Worten auf: „Und wenn ein Mensch, der viele Läuse hat, oft am Lavendel riecht, sterben die Läuse an ihm. Und sein Duft macht die Augen klar, weil er die Kraft sehr starker und auch die Nützlichkeit sehr bitterer Spezereien in sich hat, und daher fesselt er viele üble Dinge."

Englischer Lavendel für den europäischen Garten

Echter Lavendel wird auch als Englischer Lavendel bezeichnet. Obwohl der Halbstrauch nicht auf der Insel heimisch, löste bereits Queen Victoria mit ihrer Vorliebe für die violetten Farbbringer einen regelrechten Lavendelboom aus und das milde Inselklima stellte sich trotz anfänglicher Bedenken als ideale Anbauregion heraus. Selbst das Öl übertraf die Qualität französischer Erzeugnisse und sorgte für Umsatz. Viele der heute besten Lavendelsorten stammen inzwischen aus britischer Produktion. Zu den renommiertesten Züchtern zählt mit rund 350 Sorten die im südenglischen Kent ansässige Downderry Nursery. Ob Rosa, Weiß, Blau, Pastellviolett oder klassisches Lila; niedrig oder hochwachsend, kompakter, starker oder langsamer Wuchs – die Formen-, Farben- und Variantenvielfalt ist groß.

Da in England andere klimatischen Bedingungen herrschen als hierzulande, sind nicht alle der von Simon Charlesworth in Kent gezüchteten Sorten winterhart. Dank Hans Müller, Geschäftsführer von Helix Pflanzen, muss jedoch nicht auf die Downderry-Sorten in Deutschland verzichtet werden. Er hat den hochwertigen Lavendel auf die Verträglichkeit mit dem deutschen Klima überprüft und 25 Sorten zusammengestellt, die sich bewährt haben und in großen Mengen online bestellbar sind. Der angebotene Lavendel ist noch knospenfrei, für einen Transport geeignet und wächst im schnell nach kurzer Zeit an. Als Standort empfiehlt sich ein sonniger und trockener Platz, sodass er auch zur heißen Jahreszeit keine große Pflege benötigt.

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