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06. 12. 2017

Farbtrends: Probier's mal mit Gemütlichkeit

Farbtrends schwappen von der Mode- und Einrichtungswelt oft in die Floristik über. Foto: Florissima

Ob die Floristen, die Erzeuger im Gartenbau oder die Trendscouts der Floristen-Bedarfsartikelhändler: Die Frage, welche Farben in näherer Zukunft den Trend bestimmen, interessiert alle. Doch wie entstehen Farbtrends, lassen sie sich konkret voraussagen, wie und wo kann man sich informieren?

Trendfarben: Von der Einrichtungsbranche zur Floristik

Schon viele Jahre wird als Gewissheit wiederholt: Trendfarben werden durch die Mode- und Einrichtungsbranchen vorgegeben, sie erreichen dann eine gewisse Massentauglichkeit und färben erst danach auf die Floristik ab. Das mag so manches Mal stimmen, doch ist es nicht immer so.

Beispiel Rosa. Schon 2016 kündigte sich an, was dann 2017 zur Gewissheit wurde: Rosa war zur Trendfarbe in der Floristik geworden. Doch erst jetzt fasst der so unschuldige wie unzüchtige Lolita-Farbton auch in anderen Lebensbereichen Fuß. Sessel und Sofas, Wandfarben und Teppiche, selbst Türen in den Wohnungen und die Fassaden der Einfamilienhäuser werden in Rosa gehalten. Hatten also in diesem Fall die Floristen eher die Nase am Wind als die Trendscouts der Einrichtungsindustrie?

„Dass Rosa so populär würde, war nicht vorauszusehen“

„Dass Rosa so populär würde, das war so nicht vorauszusehen“, meint Armin Strecker. Er ist Mitinitiator der Einkaufsgemeinschaft Florissima, zu der sich ein rundes Dutzend Floristen-Bedarfsartikelhändler in Deutschland, Italien und der Schweiz zusammengeschlossen haben. Für diese Unternehmen sind die Farbfragen naturgemäß besonders wichtig, denn noch stärker als in der Floristik ist eine möglichst genaue Farbgebung bei Gefäßen und Accessoires für den Geschäftserfolg entscheidend. Die Schwierigkeit für die Florissima-Partner: Sie müssen schon Ende des Frühjahrs entscheiden, mit welchen Farben sie zehn Monate später auf den Markt kommen möchten.

Kein alles dominierender Farbtrend festzustellen

„Es gibt immer wieder besonders populäre Farben, doch einen alles dominierenden Farbtrend gibt es nicht“, ist Armin Strecker überzeugt. Wie auch andere Trendscouts etwa vom BBH, FDF oder Messen wie Christmasworld, IPM oder Tendence definiert auch Florissima unterschiedliche Lebens- und Einrichtungswelten und die sich daraus ergebenden Farbkombinationen. Vergleicht man all diese zirkulierenden Trendaussagen, so fällt auf: Es werden unterschiedliche Worte genutzt, doch die Grundüberzeugungen sind sehr ähnlich.

Siegeszug der Farbgemütlichkeit

Die nebeneinander existierenden Lebens- und Einrichtungswelten ändern sich ja auch so schnell nicht, es gibt Kontinuität. Doch „interessant sind die Verschiebungen untereinander“, meint Armin Strecker. Industrie-Design mit Schwarz, Grau und Naturtönen wird nicht von einem auf den anderen Tag verschwinden, doch ein zwar moderner, aber sehr gemütlicher Style macht demgegenüber Boden gut. Bei Florissima (und anderen) werden ihm Pastellfarben, Rosa, Mintgrün und Apricot, zugeschrieben. „Wir hatten schon Anfang Oktober fast alles verkauft“, verweist Armin Strecker auf den Siegeszug der Farbgemütlichkeit.

Nicht wirklich neu ist ebenfalls das, was bei Florissima „Flower Market“ genannt wird und Sarah Hasenhündl in der September-Ausgabe von g&v unter dem Kürzel „Blumenkinder“ thematisierte. Das Hippie-Feeling mit
Blütenkränzen und Blumenprints an Wänden und auf Kissen, Stoffen und Gefäßen. Mal opulent, mal kindlich, immer dem Leben zugewandt – ein fröhliches „Bunt“ könnte die Farbwelt sein. (Martin Hein)

Noch mehr rund um Farbtrends lesen Sie im Thema des Monats der aktuellen g&v.

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