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Floristik auf der BUGA: An Herausforderungen wachsen

Monatelange Vorbereitungen und das Warten auf den großen Tag: In diesem Jahr nahmen die Floristen Sina Bertsch als Ausstellerin und ihr Lebensgefährte Frank Tichlers als Ausrichter an der Hallenschau „Vergiss die Rose nicht“ der Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn teil. Im Interview verrät Bertsch, wie sich Geschäft und Hallenschau vereinbaren lassen, wie man den Überblick nicht verliert und was die Arbeit vor Ort so einzigartig macht.

Sina Bertsch (Mitte) und ihr Lebensgefährte Frank Tichlers (r.) beim Fairtrade-Tag auf der BUGA in Heilbronn. Foto: privat

Frau Bertsch, worum ging es bei der Hallenschau?

Das Oberthema wurde von Gabriele Haufe, Leiterin der Floristmeisterschule Stuttgart-Hohenheim, vorgegeben. Zu jeder Hallenschau wird eine Geschichte erzählt, die der Besucher anhand eines QR-Codes anhören konnte. Bei dieser Hallenschau drehte sich in Heilbronn alles rund um die Rose. Die Rose präsentierte sich hier in Form von Beet-, Schnitt- und Container-Rosen in Kombination mit üppigen Sträußen, schiffsähnlichen Körben und Kränzen, in Astwerk, Holzspänen und Kokosschalen.

Was war Ihre Funktion vor Ort?

Mein Lebensgefährte war der leitende Florist und hat zusammen mit seiner Floristmeisterin das Konzept entwickelt, um Besucher aller Altersgruppen in den Bann zu ziehen. Viele Floristen aus unterschiedlichen Betrieben – darunter auch ich – haben Werkstücke zu verschiedenen Themen rund um die Rose erarbeitet. So entstanden verschiedene Bereiche, die zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt wurden. Ich habe vier Werkstücke hierfür kreiert, darunter ein florales Herz aus 200 roten Rosen der momentan größten Rosensorte ‘Highness’ zum Thema „Name der Rose“. Zudem haben wir Floristen gemeinsam auf- und abgebaut und sind zu einem tollen Team zusammengewachsen. Der harte Kern wird sich auch nach der BUGA für andere Aktivitäten treffen – und damit haben wir mehr erreicht als man sich vorstellen konnte, wenn aus Kollegen Freunde werden.

Was waren die Herausforderungen bei der Gestaltung der Schau?

Floristen aus unterschiedlichen Bereichen genug Raum für die freie Entfaltung zu geben und dennoch ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen. Auch die BUGA hat gewisse Vorstellungen und Vorgaben durch Podeste, Fluchtwege und Beetgrößen, die berücksichtigt werden müssen. Da muss dann auch beim Aufbau selbst Hand angelegt werden, um alles so hinzubekommen, wie es eigentlich hätte stehen sollen. Zudem werden von Gärtnern Wettbewerbspflanzen eingereicht, die verarbeitet werden müssen, obwohl sie nicht unbedingt ins eigene Konzept passen. Die Schaugröße von 1.100 Quadratmetern und das enge Zeitfenster vom Aufbau bis zur Begehung durch die Jury von nur 80 Stunden waren zudem eine Herausforderung – aber auch an dieser kann man wachsen.

Wie ist die BUGA auf Sie und Ihren Lebensgefährten aufmerksam geworden?

Der Fachverband Deutscher Floristen, Landesverband Baden-Württemberg, hat Frank Tichlers angesprochen, ob er die Leitung der Rosenschau übernehmen würde. Da er Erfahrung als leitender Florist bei kleinen Gartenschauen in Mühlacker und Bad Herrenalb hatte und auch bei anderen Landesgartenschauen selbst aktiv war, hat uns diese Verantwortung natürlich sehr gefreut. Ich selbst war bei den Gartenschauen in Nagold, Mühlacker, Öhringen, Bad Herrenalb und Lahr aktiv und beteilige mich immer gerne, um den Besuchern zu zeigen, was Floristik bewegen kann.

Stichwort Blumenschauen: Wie kann man sich den Ablauf vorstellen – von der Planung bis zur endgültigen Fertigstellung?

Sehr viel Planungsarbeit, Konzepte entwerfen, Brainstorming, unendlich viele Telefonate mit Gärtnern, der BUGA, Lieferanten, Kollegen und viele Stunden im Büro, bis es endlich losgeht. Dann hat man zum Aufbau aber ein sehr enges Zeitfenster von knapp 80 Stunden, die Halle mit 1.100 Quadratmetern Fläche zu bestücken.

Wie aufwendig war die Konzeption der Rosenschau?

Wir haben uns für die Entwicklung und Konzeption vier Monate Zeit genommen. Die Werkstücke wurden dann von den Kollegen im Betrieb vorbereitet und auf der BUGA vollendet. Insgesamt waren beim Auf- und Abbau sowie bei der Erstellung von Werkstücken über 32 Personen beteiligt.

Sie waren beide maßgeblich an der Konzeption der Hallenschau beteiligt. Wie haben Sie es gemanagt, Ihr Ladengeschäft parallel weiterzuführen?

Beim Aufbau war mein Lebensgefährte alleine mit dem Team vor Ort, da ich hier im Laden die Stellung halten musste. Zur Eröffnung konnte ich aber hinfahren, da mein Team unser Ladengeschäft betreut hat. Über Pfingsten waren wir beide auf der BUGA und haben beim Fairtrade-Tag sowie bei der Straußaktion zusammen mit Kolleginnen die Besucher für unseren Beruf und die Blumen begeistern können.

Welches Feedback haben Sie von der Rosenschau mitgenommen?

Nur positive Reaktionen. Egal wann wir vor Ort waren, um Blüten auszutauschen oder nach dem Rechten zu sehen, wurden wir von Besuchern angesprochen, die alle voll des Lobes waren. Auch beim Fairtrade-Tag gab es viel positives Feedback. Bei der Straußaktion haben einige Kolleginnen den ganzen Tag ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und Rosensträuße gebunden, die die Besucher für eine Spende zugunsten der Familienherberge Lebensweg erwerben konnten. Auch hier gab es sehr viel Zuspruch. Wir freuen uns über so viele Besucher, denen wir ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnten und die unsere Rosenschau positiv in Erinnerung behalten. Das ist mit der größte Lohn. (yb)