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Floristik: Meisterschule in Straubing schließt

Nachdem verschiedene Floristmeisterschulen wie beispielsweise die in Hannover-Ahlem ihre Meisterkurse nicht mehr belegen konnten, meldet nun die bekannte Floristmeisterschule im bayerischen Straubing über Facebook ihr „Aus“. Erst vor kurzem hatte sie das neue Unterrichtsfach „Visuelles Marketing“ konzipiert.

Die Floristmeisterschule Straubing wird künftig keine angehenden Floristmeisterinnen und Floristmeister ausbilden. Foto: Werkfoto

Straubing: Zu geringe Anmeldezahlen

„Eine Ära geht zu Ende“, mit diesem Worten verkündet die Floristmeisterschule Straubing in den neuen Medien, dass sie ihren Betrieb mangels Nachfrage zum 31. Juli 2019 einstellt. Die aktuelle Situation in der Branche und deren Auswirkungen auf die beruflichen Fortbildungseinrichtungen zwingen zu diesem Schritt, begründet sie die Schließung nach nunmehr 25 Jahren.

Schon in den vergangenen Schuljahren seien die Anmeldezahlen rückläufig gewesen. Grund, warum die Schule mit neuen Konzepten und Ideen eine Wiederbelebung versucht hatte: Ein bewusstes Jahr Pause ab September 2018 nutzen die Verantwortlichen, um Veränderungen vorzunehmen. So wurde unter anderem das Prüfungsverfahren optimiert, ein neues Unterrichtsfach „Visuelles Marketing“ kreiert und ein spezieller Geschäfts- und Verkaufsraum geplant. Ihr neues Konzept präsentierte die Meisterschule auf der IPM 2019. Und konnte sich auch innerhalb kürzester Zeit über die ersten Anmeldungen freuen.

Die reichten aber allem Anschein nach nicht aus: Mitte März musste der Schulträger, der Berufsschulverband Straubing-Bogen, die Entscheidung treffen, ob die Floristmeisterschule im nächsten Schuljahr fortgeführt wird. Da die Werbemaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigten, die Anmeldezahl auf sehr niedrigem Niveau stagniertem, sah sich das Gremium nun gezwungen, die Schule zu schließen. „Somit reihen wir uns in die traurige Bilanz der Bildungseinrichtungen im Berufsfeld der Floristik ein, die trotz Engagement und Enthusiasmus ihre Schließung verkünden müssen“, bedauert das Kollegium rund um Schulleiter Johann Dilger.

Floristmeisterschule Hohenheim mit neuem Träger

Während die Floristmeisterschule Straubing ihre Pforten schließen wird, entgeht die Floristmeisterschule Hohenheim Medienberichten zufolge nur Knapp der Schließung. Der Bildungsgang, der vom Kultusministerium beaufsichtigt wird, verbuchte zuletzt immer geringere Anmeldezahlen. Die Mindestanzahl von 16 Schülern pro Klasse wurde in den vergangenen Jahren nicht erreicht. Derzeit bilden sich neun angehende Floristmeisterinnen und Floristmeister in Hohenheim weiter.

Im vergangenen Herbst beschloss das Kultusministerium die Schließung, jetzt wurde nach der Intervention des Fachverbands der Floristen (FDF) ein neuer Träger gefunden. Damit geht die Floristmeisterschule Hohenheim mit Beginn des kommenden Schuljahres in Trägerschaft des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über, um eine tragfähige Lösung zu fördern. Nach dem Sommer wird die Weiterbildung für Floristmeister an die die Staatsschule für Gartenbau (SfG) in Hohenheim angebunden. Die Anmeldungen können so künftig unabhängig von einer Mindestteilnehmerzahl erfolgen, da die Floristmeisterschule in bereits bestehende Ausbildungsgänge der SfG integriert werden.

Für die Landwirtschaftliche Schule Hohenheim bedeutet dies jedoch eine deutliche Veränderung. Mit der neuen Trägerschaft trennt sich die Meisterschule und der damit verbundene Bildungsgang von seiner bislang angegliederten Institution, der Landwirtschaftlichen Schule Hohenheim. (Katrin Klawitter/Yasmin-Coralie Berg)

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