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Floristik-Tarife: Keine Einigung im Osten in Sicht

Noch immer gibt es auf Seiten der Floristik im Osten keine Einigung, was die Tarifverhandlungen mit der Arbeitgeberseite angeht. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert daher nun eine Abwendung von der Blockadehaltung der Arbeitgeber und eine Öffnung für weitere, sachliche Verhandlungen.

Für die Floristik Ost ist noch keine Lohnsteigerung in Sicht. Foto: Julia Lazarova/Fotalia

IG BAU fordert Aufhebung der Blockadehaltung

Bei den aktuellen Tarifverhandlungen der Floristen im Osten Deutschlands ist bislang noch kein Ende in Sicht. Während die 20.000 Mitarbeiter der Branche im Westen zukünftig von einem Plus von 3,6 Prozent aufgrund der Verhandlungen im Juli profitieren, liegt von den Arbeitgebern der etwa 10.000 Beschäftigten im Osten aktuell kein verhandlungsfähiges Angebot vor.

Das ursprüngliche Angebot in Höhe eines Plus von zwei mal 16 Cent über 24 Monate wurde abgelehnt. Dies würde für einen Facharbeiter einen Stundenlohn von neun Euro bedeuten und in Verbindung mit der Anhebung des Mindestlohnes in der vorgeschlagenen Laufzeit wird so ein Unterschreiten der untersten Lohngrenze deutlich. Die IG BAU fordert in diesem Zusammenhang die Arbeitgeberseite zu einer Beendigung der Blockadehaltung auf, um den Fokus auf sachliche Verhandlungen zu richten und auf ein unterstes Entgelt von mindestens 9,10 Euro pro Stunde einzugehen. Zudem wird eine bundesweite Vereinheitlichung des Entgeltgefüges bis 2018 angestrebt.

Mehr als nur das Existenzminimum

„Die Strategie der Arbeitgeber läuft darauf hinaus, die Floristen im Osten auf den gesetzlichen Mindestlohn zu drücken. Das kann nicht die Zukunft der Branche sein. Die Fachkräfte haben eine gute Ausbildung, sie bringen hohe Qualität und engagierte Leistung in einem anstrengenden Beruf mit. Dafür haben sie mehr verdient als das Existenzminimum“, so Harald Schaum, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU.

So können Floristik-Betriebe auch in den neuen Bundesländern einen guten Verdienst erzielen, indem sie auf fachkundige Mitarbeiter zurückgreifen. „Wenn die Arbeitgeber nicht umdenken“, betont Schaum, „machen sie sich schuldig am Niedergang einer ganzen Branche. Ohne kompetente Beratung und geschultes Aufbinden und Stecken der Blumen werden Kunden schnell lernen, dass ihr Angebot nicht besser ist, als vorgefertigte Sträuße aus dem Supermarkt.“