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Floristin vergiftet Ehemann mit Samen des Selbstmordbaums

Wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Mordes steht seit vergangenen Freitag eine 50-jährige Floristin in Lübeck vor Gericht. Sie hatte ihrem Ehemann Samen des Selbstmordbaums (cerbera odollam) unter das Essen gemischt. 

Die Samen der Früchte des Selbstmordbaums sind hochgradig giftig. Foto: Pixabay

Denkzettel wird zu versuchtem Mord

Die Trockenfrüchte der Pflanze sind frei über das Internet erhältlich und gelten in Asien als Tipp für Menschen, die sich das Leben nehmen wollen. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet gab die Floristin an, dass sie ihren zwei Monate zuvor angetrauten Ehemann nicht vergiften wollte. Er sollte lediglich einen Denkzettel bekommen.

Schließlich standen die Eheleute kurz vor der Trennung. Es habe nicht mehr im Sexualleben floriert, wie der 57-Jährige berichtet. Kerstin H. habe sich daraufhin einen Liebhaber genommen, aber die hohen Scheidungskosten gescheut. 

Samen vom Selbstmordbaum vergiften Chili con Carne

Ende August 2015 sei es dann zum Vergiftungsversuch gekommen, wie die Morgenpost schildert. Noch mittags habe das Ehepaar gemeinsam Chili con Carne gekocht und gegessen. Als sich der ehemalige Angestellte eines Mineralölkonzerns eine Portion für das Abendessen warm machen will, mischt die Floristin heimlich die Samen der Trockenfrüchte unter. Die Folge: Halluzinationen, Herzrasen und Brechdurchfall.

Ein Arzt diagnostiziert eine Magen Darm Grippe, doch Ralf A. ist misstrauisch und spioniert seiner Noch-Ehefrau nach. Als sich sein Verdacht bestätigt, lässt er von einem Mediziner Urinproben analysieren. Der kann keine Giftstoffe nachweisen und friert die Proben ein. Ein Jahr später bestätigt ein Spezialist den Verdacht. Ralf A. hege keinen Groll, er sei lediglich maßlos enttäuscht, wie er der Morgenpost sagte.

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