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„Infinity Rosen“ – Ein zweites Standbein für Floristen?

Auf den ersten Blick ist es eine Horrorvision für jeden deutschen Rosenproduzenten. Ein Bouquet aus Rosen, importiert aus Ecuador, mit einer Haltbarkeit von einem bis drei Jahren. Auf den zweiten Blick macht dieses Geschäftsmodell mit den „Infinity Rosen“ für Floristen aber schon Sinn, denn es „kann ein zweites Standbein sein“, wie Jürgen Meyer von Floristik & Ambiente Meyer aus Sinzig betont.

Florist Jürgen Meyer vertreibt seit 2017 „Infinity Rosen“

Seit 2017 vertreibt er unter den Markennamen „petite fleur“-Flowerbox solche haltbaren Rosen-Bouquets, die sich „insbesondere bei jüngeren Kundinnen zunehmender Beliebtheit erfreuen“. Wobei Jürgen Meyer, der gemeinsam mit seiner Frau Ilse in Sinzig ein renommiertes Floristikfachgeschäft betreibt, mit den haltbaren und seinen frischen Rosen „unterschiedliche Erwartungshaltungen der Konsumenten“ befriedigt.

Flowerbox für 149,90 Euro – kein Problem

Die Rosen kommen aus Ecuador (mittlerweile auch in einer weniger guten Qualität aus China), wo sie „im Zustand ihrer schönsten Blüte“ (so die Werbung) gefriergetrocknet und somit haltbar gemacht werden. „Wir hatten erst kürzlich zwei junge Frauen im Geschäft, die als Geschenk für ihre Mutter eine Box für 149,90 Euro gekauft haben. Diese Summe hätten sie für Frischblumen sicher nicht ausgegeben“, ist Jürgen Meyer überzeugt.

Ein Stück haltbar gemachte Natur

Bei diesem Aspekt zeigt sich die Grundlage des Erfolges: Die Dauerhaftigkeit des Geschenks. Die Rosen sehen als Dekorationselement auch nach einem Jahr (und mehr) noch gut aus. Zugleich sind sie natürlichen Ursprungs – halt keine künstlich hergestellten Produkte. Die Rosen sind ein Stück haltbar gemachte Natur, die Konsumenten müssen sich nicht aufgrund eines künstlichen Materials schämen, wenn sie auf dem Wohnzimmertisch stehen.

Flowerbox bereits zahlreich über verschiedene Wege verkauft

Über 3.000 „petit fleur“-Flowerboxen hat Jürgen Meyer in rund zwei Jahren verkauft. Das wäre natürlich allein über sein Geschäft kaum möglich gewesen. Seit 2018 arbeitet er mit der Meilon GmbH zusammen. Das Unternehmen wurde bekannt durch die Entwicklung der Web-Seite www.chefkoch.de und betreibt gegenwärtig verschiedene Online-Shops (etwa www.homeliving.de). An einem durchschnittlichen Wochenende im Juni hat Jürgen Meyer sechs Boxen in seinem Geschäft, vier über eBay und sechs über Amazon verkauft. Zum Valentinstag 2019 gab es allein über eBay rund 200 Käufer. Die Rosenboxen werden bei eBay unter dem Produktnamen „fleur de chic“ vertrieben. (Martin Hein)

Mehr zum Thema „Stabilisierte Blumen“ lesen Sie in einer der kommenden g&v Ausgaben.

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