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Interview: „Floristik nicht nur saisonal denken“

Blumen sind seine Leidenschaft und Floristik sein Beruf. Bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen 2018 sicherte sich Michael Liebrich den Titel in Berlin und ist derzeit gefragter denn je. In diesem Jahr präsentiert er zusammen mit Fleurop seine eigens konzipierten Fleurop-Sträuße des Monats. Heike Hoppe (TASPO) und Ina Plettl (Fleurop) sprachen mit ihm über Veränderungen im Alltag, Inspirationsideen für die Fleurop-Sträuße und seine Hoffnungen für die Zukunft der Floristen.

Herr Liebrich, als amtierender Deutscher Meister der Floristen sind Sie zurzeit in der Branche sehr gefragt. Wie hat sich Ihr Alltag verändert?

Seit der Deutschen Meisterschaft der Floristen (DMF) bin ich viel auf floristischen Veranstaltungen: Demnächst geht es für eine Bühnenshow zur Internationalen Pflanzenmesse (IPM) nach Shanghai, dann zur Bundesgartenschau nach Heilbronn, anschließend zur Landesgartenschau nach Schorndorf.

Dazu kommen viele Kleinveranstaltungen wie zum Beispiel Händlerdemonstrationen. Teilweise nimmt das fünfzig bis hundert Prozent meiner Zeit in Anspruch. Das hat zur Folge, dass ich ab und an wirklich an meine Grenzen komme. Zum Glück habe ich ein tolles Team im Laden, das mir den Rücken freihält.

Sie haben für dieses Jahr die Sträuße des Monats für Fleurop konzipiert – was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Ich habe mich sehr über die Anfrage von Fleurop gefreut. Ich bin selbst Fleurop-Partnerflorist, da war es unheimlich spannend zu sehen, welcher Planungsaufwand hinter solch einem Verkaufskonzept steht. Außerdem konnte ich bei der Konzeption der Sträuße wertvolle fachliche Erfahrungen sammeln. Um für jeden Monat Trends zu identifizieren, musste ich mich in die Kundenperspektive versetzen und verstehen, was Kunden zu bestimmten Jahreszeiten wichtig ist.

Welche stilistischen und welche kalkulatorischen Vorgaben gab es? War es schwer, diese zu erfüllen?

Stilistische Vorgaben gab es keine. Ich habe von Fleurop ein Moodboard erhalten, dem ich Schlagworte zu Texturen, Formen und Farbgebung entnehmen konnte. Die größte Herausforderung bestand darin, nicht nur saisonal zu denken, wie man das sonst im eigenen Fachgeschäft tut, sondern für jeden Monat die passende Blume zu identifizieren. Außerdem mussten die Sträuße sich in einem vorgegebenen Kostenrahmen bewegen. Eine weitere Herausforderung war also die perfekte Kalkulation der Ware.

Welcher Monatsstrauß ist Ihr Lieblingsstrauß? Welchen finden Sie am gelungensten?

Mir gefallen vor allem die beiden Sträuße „März“ und „September“. Beide sind locker gebundene Sträuße mit aufhellenden und auch getrübten Farbtönen. Trotzdem haben sie unheimlich viel Präsenz. Daran merkt man, dass weniger manchmal mehr sein kann.

Was wünschen Sie sich aktuell für die deutschen Floristen?

Mehr Floristen! Die Ausbildungs- und Fachgeschäftszahlen sind schon lange rückläufig, aber jetzt kann man wohl sagen, dass wir bei einem regelrechten Notstand angekommen sind: Fachgeschäfte schließen, da sie keinen Nachfolger finden. Nun gibt auch die Straubinger Meisterschule auf. Ich würde mir wünschen, dass sich wieder mehr junge Leute für den Beruf begeistern. Erst wenn wieder mehr Mitarbeiter da sind, werden auch flexiblere Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten im Job für Ladenbesitzer machbar – dann würde endlich auch der Beruf des Floristen wieder attraktiver. (Heike Hoppe)

Weitere Informationen rund um den Strauß des Monats und passende Blumenboxen zu den Sträußen für Partnerfloristen unter partnerservice(at)fleurop.de.

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