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Interview: „Mal mehr machen als den Blumenstrauß für 20 Euro“

Zwei Große Goldmedaillen und zwei Ehrenpreise – Michael Liebrich gehört schon jetzt zu den Gewinnern der Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn. Mit seinen Arrangements für zwei der bis dato neun Blumenhallenschauen begeistert der Floristmeister Juroren und Publikum gleichermaßen. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft sprach mit Liebrich über die Herausforderungen und Ansprüche an Wettbewerbe wie diese.

Gleich in Ihrer ersten Blumenhallenschau der BUGA Heilbronn gab es zwei Große Goldmedaillen sowie den Ehrenpreis des FDF für Sie und ihr Team – sind Sie mit diesem Anspruch an die Aufgabe herangegangen?

Eine Bundesgartenschau ist für mich etwas Neues und damit ist auch die Verleihung von Medaillen Neuland für mich. Ursprünglich wollte ich einfach als Deutscher Meister der Floristen von 2018 eine gute Leistung abliefern, aber dann dachte ich, wenn ich schon mal mitmache, kann ich mich ja auch für die Verleihung anmelden. Das war aber zunächst zweitrangig.

Es war also nicht ihr erster Wettbewerb als Florist. Was reizt Sie daran?

Solche Sachen sind für uns Floristen etwas Tolles, weil man eben mal mehr machen kann als den Blumenstrauß für zwanzig Euro. Ich habe hier (in der dritten BUGA Blumenhallenschau „Mischen Sie mit“, Anm. d. Red.) die komplette Planung nach dem vorgegebenen Märchen und den vorhandenen Beeten sowie die Umsetzung übernommen, bin zu den Gärtnern gegangen, um jede einzelne Pflanze auszusuchen, die zu der Konzeption in meinem Kopf gehörte. Und nicht zuletzt habe ich hier dreieinhalb Tage lang mit sechs bis acht anderen um die 15.000 Pflanzen gesetzt.

Das klingt nach viel Arbeit. Was war die größte Herausforderung?

Zunächst hat man diese Vorstellung, und dann muss man versuchen, sie auch raumfüllend und für den Besucher spannend umzusetzen. Da geht es dann auch um technische Machbarkeiten. So einen riesigen Ahorn zum Beispiel mit einem meterbreiten Topf platziert man ja nicht alle Tage. Aber ich hab so tolle Pflanzen bekommen, riesige Bäume und wunderbare Stauden.

Es war viel Arbeit, vor allem, weil ich wenige Tage vor der Hallenschau noch in Shanghai zu einem Vortrag war. Solche Extras machen unheimlich viel Spaß, sind aber auch sehr anstrengend.

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