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Interview: "unperfekte" Lieblingsblumen

Saisonale Besonderheiten und ausgefallene Wuchsformen: Eva Latsch legt sich nur ungerne auf eine Lieblingsblume fest. Vielmehr ist sie begeistert von allem was ausgefallen, individuell und "unperfekt" ist. Im Interview mit der g&v sprach die Floristmeisterin über ihre Lieblingsblumen und die Arbeit damit.

Eva Latsch begeistert an Blumen vor allem die Individualität der Wuchsformen. Foto: privat

Wie heißt Ihre Lieblingsblume, Frau Latsch?

Eine einzelne Lieblingsblume zu benennen, fällt mir schwer. Sicher gibt es Werkstoffe, die ich sehr gerne verwende, aber das hat viel mit der Jahreszeit zu tun. Ich mag den saisonalen Wechsel des Sortiments und finde es auch wichtig, das dem Kunden näher zu bringen. In der heutigen Zeit ist fast alles möglich, fast immer zu bekommen. Das Gefühl für saisonale Produkte geht leider immer mehr verloren. Aber macht es nicht auch die Besonderheit einiger Blüten und Pflanzenteile aus, dass sie nicht das ganze Jahr verfügbar sind? Ich freue mich zum Beispiel immer sehr auf die ersten Paeonien, oder darauf, wenn die ersten feinen Frühblüher wie Frittilaria oder Leucojum auf den Markt kommen. Die Vorfreude macht sie zur Besonderheit.

Was begeistert Sie an Blumen?

Oftmals ist es für mich nicht die Blüte selbst, die den Werkstoff zu einer Besonderheit macht, sondern vielmehr seine ausgefallene Wuchsform. Ich kann mich an einem Blatt, einer Strelitzia oder einer simplen Gerbera, die krumm gewachsen ist und somit „unperfekt“ erscheint, sehr begeistern, obwohl ich diese Werkstoffe vielleicht sonst nicht zu meinen Lieblingsblüten zähle. Egal, welche Sorte oder Art von Blume oder Pflanzenteil es ist – alles, was aus dem „Nullachtfünfzehn“-Programm herausfällt und an die Individualität der Natur erinnert, weckt in mir Gestaltungsideen und Begeisterung. Auch unsere Kunden suchen im Floristfachgeschäft immer mehr das Individuelle und Einzigartige.

Worauf achten Sie bei der Gestaltung?

Da wir mit einem lebendigen und somit vergänglichen Werkstoff gestalten, steht bei allen Werkstücken und Einsatzmöglichkeiten der verantwortungsvolle Einsatz und Umgang mit dem Werkstoff im Vordergrund. Das sollte immer sichtbar sein. Die Wertschätzung der Natur darf trotz riesigem Angebot und Massenproduktion nicht verloren gehen.

Mehr lesen Sie in ab dem 1. Februar 2018 in der neuen Ausgabe der g&v.

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