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Japan: So wenige Schnittblumen wie nie zuvor

Japans Schnittblumenproduktion befindet sich in einer Krise. Bereits seit 18 Jahren fällt die Anzahl der Exporte kontinuierlich und erstmals übertrifft die Menge importierter Pflanzen die Menge der im Land hergestellten Produkte.

Schnittblumen-Sektor in Schieflage: Nach Japan werden mehr Nelken geliefert als inländisch produziert. Foto: Pixabay

Japanische Schnittblumenexporte sinken auf Rekordwert

2017 exportierte Japan 3,7 Milliarden Schnittblumen und erreicht damit einen Rekord-Tiefwert Beginn der Statistikaufzeichnung im Jahr 1990. Die Gründe für das stete Absinken der Produktionsmenge sind vielfältiger Natur: Zum einen werden Produzenten immer älter und es fehlt an jungen Betriebsnachfolgern.

Zum anderen plagen Naturkatastrophen den Staat im Pazifik und auch der drastische Anstieg der Benzinpreise trägt nicht zu einem wirtschaftlich günstigen Klima für die Schnittblumenproduzenten bei, sondern verringern die Anzahl an Gärtnern, die in Gewächshäusern kultivieren, wie das Online-Portal nippon.com berichtet.

Chrysanthemen-Produktion noch stark im Pazifikstaat Japan

Die japanische Produktion baut besonders auf Chrysanthemen. 2017 ging die Menge an kultivierten Pflanzen allerdings um einen Prozentpunkt auf 1,5 Milliarden Stück zurück. Um den gleichen Prozentwert fällt auch die bebaute Fläche (4.758 Hektar). Auch andere Schnittblumen zeigen sich im Hinblick auf die Produktionsmenge rückläufig. So wurden 3 Prozent weniger Rosen geerntet (248 Millionen) und 4 Prozent weniger Nelken (240 Millionen).

Im Gegenzug steigen die Importe stetig an, um eine Versorgung des japanischen Markts sicherzustellen. Der größte Abnehmer geht auf Privatpersonen und Einrichtungen zurück, die dem buddhistischen Glauben angehören. Buddhisten schmücken ihre Schreine unter anderem mit Schnittblumen.

Japan importiert insgesamt 1,34 Milliarden Schnittblumen

Insgesamt 1,34 Milliarden Stiele und damit 2 Prozent mehr als 2016 wurden im vergangenen Jahr nach Japan importiert. Damit machen Schnittblumen aus fremdländischer Produktion rund ein Viertel (26 Prozent) des japanischen Marktes aus. Erinnerungen an 2012 werden wach, denn damals wurden 1,39 Millionen Stiele in den Pazifikstaat eingeführt.

Unter den „Aufsteigern“ sind besonders kolumbianische Nelken und malaysische Chrysanthemen zu nennen. Weiterer Vorteil dieser Länder: Sie können aufgrund des günstigen Klimas ihre Produktion das ganze Jahr über laufen lassen. Inzwischen herrscht bei den Nelken ein deutliches Übergewicht an importierter im vergleich zu japanischer Ware (60 Prozent zu 40 Prozent).  

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