Das Ideenportal für Einzelhandelsgärtner und Floristen.

News

29. 09. 2017

Kontrastreiche Harmonien

Eva Latsch zeigt zusammen mit ihrer Kollegin Nina Kleppel wie aus Flaschenkästen befüllt mit Sommerblumen und Spitzenbändern der Vintage-Look erzeugt werden kann. Foto: Irene Seidel

Eva Latsch schätzt „kontrastreiche Harmonien“ zwischen Floristik und Gefäß: Wilde Zaunrübe präsentiert die Floristmeisterin in einer edlen Glasvase oder Strelitzie und Feige in einer mit Stoff überzogenen Kiste – keine Widersprüche, sondern kreatives Spannungsfeld.

Floristmeisterin Eva Latsch zeigte in ihren Bühnenshows zur Frankfurter Tendence 2017 viele Ideen, wie sich Gefäße und Blumen spannend in „kontrastreichen Harmonien“ kombinieren lassen. Das Spektrum reichte von puristisch reduzierten bis hin zu opulenten Arbeiten in unterschiedlichsten Gefäßen. 

Spiel mit Formen und Proportionen 

Vor den Augen der Messebesucher spielte die 30-Jährige, die bei Floristik Lorenz in Limburg arbeitet, mit Farben, Formen und Proportionen: Vasen in überproportionaler Höhe, große Schalen mit asymmetrischer Aussparung gab es ebenso zu sehen wie eine alte Flaschenkiste, die sie mit Gartenblumen befüllte – Präsentationen, die gute Laune machten.

Warum nicht ein edles Glasgefäß mit einer einfachen Wildpflanze kombinieren? Ein Strauß aus Zaunrüben-Ranken mit einer stark abfließenden Wirkung wurde in einer schmalen, hohen Zylindervase (Dutz) präsentiert. Das dunkle Grün der Vase steigerte die Leuchtkraft der hellgrünen Ranken. Rote Rizinus-Fruchtstände, bewusst nur in geringer Menge eingesetzt, bildeten dazu einen farblichen Komplementärkontrast. Um die leichte, fließende Wirkung der Ranken in der Straußform zu erhalten, wurden diese in eine kuppelförmige Drahtkonstruktion eingearbeitet. 

Zu dem abfließenden Strauß stellte Eva Latsch eine weitere, niedrigere Zylindervase mit stark aufstrebenden Reynoutria-Spitzen. „Der Kontrast in der Richtungsdynamik steigert die beiden Vasenfüllungen zusätzlich“, erläuterte die Floristmeisterin dem Messepublikum. Auch die unkonventionelle Pflanzenauswahl mit Zaunrübe beziehungsweise Reynoutria machte neugierig. 

Mit Gartenpflanzen Sträuße individualisieren

Gartenpflanzen kamen auch bei einer flachen Mobach-Schale zum Einsatz. Dazu wurden duftende Gartenkräuter zu einem klassischen, dekorativen Strauß gebunden und stehend in der Schale präsentiert. Die changierende Glasur spiegelte die unterschiedlichen Grün- und Violett-Töne der Werkstoffe wider. 

Wenige Früchte, wie Johannisbeeren oder Erdbeeren, bildeten einen schönen Form- und Farbkontrast zu den ansonsten blättrigen Werkstoffen. Auch Thymian, Rosmarin und Minze waren Zutaten für den duftenden Stehstrauß. „Sträuße müssen nicht immer hauptsächlich aus Blüten bestehen“, befand Eva Latsch zu Recht. Dieses Werkstück entspreche auch ganz dem Stil des derzeit beliebten „Home Gardenings“. 

Alternativ zeigte sie für die gleiche Schale eine Legearbeit aus exotischen Früchten mit Granatapfel, Physalis und Drachenfrucht – eine Gefäßform in zwei völlig verschiedenen Gestaltungen. „Wir als Floristen sollten den Kunden unterschiedlichste Möglichkeiten der Gestaltung eines Gefäßes aufzeigen. Gerade bei hochpreisigen Gefäßen kann so dem Kunden ein Mehrwert vermittelt werden“, betonte Eva Latsch. (Irene Seidel)

Lesen Sie in der Oktober-Ausgabe der g&v weiter, wie Schalen und Gefäße den Käufern ein exklusives Ambiente vermitteln und wie einfache Deko-Elemente den aktuellen Vintage-Look zaubern. 

Diesen Beitrag
  • weiterleiten
  • drucken

Write new comment

Comments (0)

No comments found!

Klicken und lesen!

E-Paper jetzt lesen!

Jetzt lesen!

 Website: plehn media
© 2017 Haymarket Media GmbH - Alle Rechte vorbehalten -