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Ladenporträt: Stil und Blüte bei Blossfeldt

Auf Stuttgarts größter Einkaufsmeile reihen sich Filialisten aneinander. Kaum ein inhabergeführtes Geschäft kann sich hier noch behaupten. Wer sich jedoch eine Querstraße weiter ins Blossfeldt by Feinkost Böhm verirrt, erlebt sein blumiges Wunder. Ein Ort zum Stöbern, Verweilen, Wohlfühlen – und Schaukeln – lädt in der Calwer Straße Gestresste zu einer Auszeit ein.

Das Blossfeldt-Team hat Grund zu guter Laune, das Konzept geht auf. Foto: Blossfeldt

Ladendekoration: Floristen bei Blossfeldt halten nicht an Dogmen fest

„Bei uns ist jetzt schon Sommer. Direkt nach Weihnachten haben wir in den Farben Koralle und Apricot umdekoriert, das lief sofort sehr gut“, erzählt Julia Joseph, eine der vier angestellten Floristinnen. Generell wird bei Blossfeldt nicht an festgefahrenen Dogmen festgehalten. „Zu Ostern gibt es nur Natureier, keine Keramikhäschen oder Ähnliches, das gibt es bei der Konkurrenz schon genug.“

Es gilt, sich von der umliegenden Konkurrenz, wie Depot und Konsorten, abzugrenzen. Deshalb besinnt sich das Team auf die pure Blume in einer passenden Vase oder einem wertigen Übertopf. Ausdekoriertes oder Papierservietten etwa sucht die Kundschaft vergebens. Was in den schlicht schwarzen Regalen steht, ist kein Schnickschnack, sondern auf Messen wie der Maison & Objet oder auf einer Reise auserwählt. Dabei muss nicht alles teuer sein, der exklusive Stil ist allem gemein. 

Das Schnittangebot empfängt die eintretende Kundschaft mit einer Fülle an Farben und Formen. Nichts ist hier gewöhnlich. Das Markenzeichen steht allerdings immer im Schaufenster: Für Blossfeldt produzierte Hutschachteln mit Logo in Schwarz oder Weiß, frisch oder mit gefriergetrockneten Rosen befüllt. 

Florales und Kulinarisches passen gut zusammen

Einen gedeckten Frühstückstisch, auch mit Köstlichkeiten, soll es zum Muttertag geben. Das passt nicht nur gut zum Thema Verwöhnen, sondern nutzt die direkte Beziehung zum „Mutterunternehmen“ Feinkost Böhm. Das Traditionshaus für exklusive Kulinarik befindet sich nur 300 Meter entfernt. Feinkost Böhm übernahm 2015 das Ladenlokal, sanierte die Räume aufwendig und erweiterte sein Unternehmen um ein Einzelhandelskonzept, das sehr gut zu seinem bestehenden Sortiment passte. Denn Blumen und Lebensmittel passen einfach gut zusammen.

Egal, ob es die riesige Ranunkel für vier Euro oder die exklusive Duftkerze aus Portugal ist, bei hochpreisigen Artikeln ist das A und O eine intensive Beratung, die Begeisterung und die Geschichte der Dinge vermittelt. „Unsere Mitarbeiter stehen hinter jedem Produkt, das hier im Regal steht. Das Wichtigste ist ein gutes Team aufzubauen. Die Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen und gerne im Laden stehen.
Grundsätzlich geht es um die Liebe zu Blumen.“

Ein Drittel des Umsatzes entfällt auf Zusatzartikel.

Das gezielte Bestellen von einzelnen Artikeln auf Messen ist nur durch die hohe Drehzahl und dementsprechend hohe Bestellmengen möglich.

Wird neue Ware geliefert, dekorieren sie die Floristinnen und Aushilfen (oft Studentinnen von der Kunstakademie) sofort ins Regal. Eine herumstehende Palette wird dabei nicht als Problem angesehen – die großzügige Verkaufsfläche von 120 Quadratmetern lässt das zu. Im Gegenteil, „die Kunden lieben es, ständig Neues zu entdecken“, weiß das Team.

Wöchentlich erhalten das Schaufenster und verschiedene Ecken auf der Verkaufsfläche ein neues Gesicht – nicht nur zu den bekannten Saisons. Die Schnittware bezieht Blossfeldt gerne von regionalen Händlern auf dem Großmarkt, aber auch Direktbestellungen von „der Uhr“ in Aalsmeer finden ihren Weg ins Ladengeschäft. 

Die direkte Verbindung zu Feinkost Böhm bringt viele Vorteile: gemeinsame Events, Bücherbestellungen (gerne beim Gestalten Verlag), Dekorationen im Feinkostgeschäft, gemeinsamer Lieferdienst und eine übergreifende Kundenkarte. In der Zukunft sind weitere übergreifende Veranstaltungen mit Feinkost Böhm im Blumengeschäft geplant, etwa eine Weinverkostung oder Abendveranstaltungen. (Nadine Quist)



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