Das Ideenportal für Einzelhandelsgärtner und Floristen.

News

31. 03. 2017

Mehmet Yilmaz im Interview: „No risk – no fun“

Vorzeigeflorist Mehmet Yilmaz verarbeitet in seinen Werkstücken gerne Naturmaterialien wie Äste. Foto: Peter Johann Kierzkowski

Die Handschrift von Mehmet Yilmaz ist in seiner Floristik stets präsent und macht sie einzigartig. Im Gespräch mit g&v berichtet er, weshalb eigens gefertigte Grundformen ein lohnenswerter Weg sein können, um Kunden zu gewinnen und das Gestalten wirkungsvoller Werkstücke zu vereinfachen – trotz aufwendiger Vorarbeiten.

Was gehört für Sie unbedingt zur Floristik im Frühjahr?

Natur! Ich schaue, was die Natur zeigt – Äste, Laub vom Vorjahr, die Haut von Clematis-Ranken – bei mir im Garten, in der Umgebung und was der Großmarkt bietet. Damit kann experimentiert werden. Die Astabschnitte können stehend als Bündel oder parallel auf Tabletts und in Gläsern gestellt als Basis dienen. Außerdem lassen sie sich einzeln einbinden, angebohrt und -gedrahtet, so ein paar Beispiele.

Welches Material gehört für Sie, neben Floralem, in diesem Jahr zu den Favoriten?

Grundsätzlich alles Natürliche, alles was verrottbar ist. Wolle verwende ich zurzeit sehr gern, teils in dezenten Farben eingefärbt. Draht gehört dazu, auch Schmuckdrähte.

Gibt es ein Farbspektrum, das Sie bevorzugen?

Ich bin eigentlich kein Farben-Typ. Aber: 2017 ist für mich das Jahr der Farben, die Komplementär-Kontraste der Sekundärfarben sprechen mich an. Und ich mag es, in Farbharmonien zu arbeiten. Mein Werkstück „Stehende Ovation“ für diese g&v mit Farbharmonien im Spektrum der Rottöne drückt für mich über die Farbe die Freude auf Frühling aus.

Selbst gefertigte Grundformen sind die Basis für viele Ihrer Arbeiten …

… weil sie eine Erleichterung sind, um größere Effekte zu schaffen. Floristen können damit ihr Handwerk und ihre Fachlichkeit zeigen. Die Vorarbeiten sind häufig relativ zeitaufwendig, aber der Zeiteinsatz lässt sich mit Training reduzieren. Mit jeder Grundform geht es schneller, in ruhigen Zeiten können sie vorgearbeitet und für umsatzstarke Tage gelagert werden. Um sie dann mit oft wenigen Handgriffen mit natürlichen Materialien und Blüten für die Kunden zu vollenden. In die Kalkulation fließen die  Arbeitszeit für die Grundform sowie das Binden und das verwendete Material ein.

Der Detail-Reichtum in Ihren Werkstücken fällt auf. Drähte sind zusätzlich mit Rebdraht umwickelt, Glasröhrchen mit Wolle, unzählige Reedabschnitte werden mit Kupferdraht zu freien Formen verbunden.

Das ist meine Handschrift, unsere Handschrift im Geschäft, von Gregor Lersch geprägt. Es ist genau diese Handwerklichkeit, mit denen wir Floristen uns von Nicht-Fachanbietern abheben können. Mein Motto: No risk, no fun. Wenn wir uns nichts trauen, nichts Besonderes zeigen, dann können wir das auch nicht verkaufen.

Das Gespräch führte Jessica Grund-Grube.

Das komplette Frühlingsspecial mit Mehmet Yilmaz finden Sie in der April-Ausgabe der g&v.

Diesen Beitrag
  • weiterleiten
  • drucken

Write new comment

Comments (0)

No comments found!

Klicken und lesen!

E-Paper jetzt lesen!

Jetzt lesen!

 Website: plehn media
© 2017 Haymarket Media GmbH - Alle Rechte vorbehalten -