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Mehr Lust auf Grün: Blumen und Pflanzen immer gefragter

Immer mehr Konsumenten haben „Lust auf Grün“. Ob in der Stadt mit Urban Gardening, auf dem Land im heimischen Garten oder in öffentlichen Anlagen - das Bedürfnis nach Grün boomt. Die Branche kann davon mit einer guten Auftragslage und hoher Planungssicherheit profitieren. Ein kurzer Überblick über die aktuellen Tendenzen in der Grünen Branche.

Frisches Grün aus nachhaltiger Produktion spielt eine immer wichtigere Rolle für die Konsumenten von heute. Foto: Schuchrat Kurbanov

Pflanzen für das Stadtklima

Die Bedeutung von Pflanzen und Bäumen für das Stadtklima zeigte sich besonders im Sommer dieses Jahres. Mit ihrer Funktion als Schattenspender, Feinstaubfilter und Kühlung im Mikroraum wurde vielen Verbrauchern die Bedeutung des Grüns im urbanen Raum bewusst.

Der Bund stellt in diesem Zusammenhang rund 50 Millionen Euro im Rahmen des grünen Städtebauförderungsprogramms „Zukunft Stadtgrün“ für die Begrünung von Städten sowie die nachhaltige Verbesserung des Stadtklimas bereit, die angesichts der Diesel- und Feinstaubproblematik als eine sinnvolle Maßnahme erscheint.

Auch Einzelhandelsgärtner berichten von einer verstärkten Nachfrage an hitzetoleranten Pflanzen und Sorten im Sommer 2018. Vor allem Sedum, Gräser und mediterrane Kräuter erfreuten sich großer Beliebtheit. Auch hitzetolerante Dipladenien verzeichneten eine deutlich stärkere Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr.

Mit Medien Interesse fördern

Das das Thema Blumen, Pflanzen und Gärten wieder stärker im Trend liegt, ist auch auf die Arbeit von Medien zurückzuführen. Durch TV-Lifestyle-Formate wie Kochsendungen, werde vor allem das Interesse jüngere Generationen an frischem Gemüse und Kräutern gesteigert.

Zudem locken sogenannte „PopUp Stores“ die Besucher an, wie im Frühjahr 2018 der von toom entwickelte PopUp Store „StadtGrün by toom“ in der Kölner Innenstadt. Hier wurde das Potenzial und die Nachfrage nach „Grün“ zum Thema „Urban Gardening“ auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern in Form einer grünen Wohlfühloase mitten in der Stadt inklusive Workshops aufgegriffen.

Wo kommt’s her? Regionalität im Fokus

Wo kommt eine Pflanze her und wo wurde sie produziert? Diese Frage stellen sich die Verbraucher heute immer häufiger. So nimmt auch der Wunsch nach regionalen und nachhaltig produzierten Blumen und Pflanzen immer weiter zu. Im Dezember 2017 kündigte Aldi an, vermehrt auf nachhaltig zertifizierte Blumen und Pflanzen im Verkauf zu setzen.

Discounter-Konkurrent Lidl zieht nach und plant bis Ende 2019 ausschließlich Blumen und Pflanzen aus nachweislich nachhaltiger Produktion in seinem Sortiment anzubieten. Künftig müssen so alle weltweiten Erzeuger dieser „Grünen Produkte“ nach dem GlobalGAP oder einem vergleichbaren Standard zertifiziert sein. Aktuell sollen bereits 85 Prozent der Blumen und Pflanzen bei dem Discounter entsprechend zertifiziert sein.

Beide Unternehmen sehen ihre Forderung als offenes und direktes Bekenntnis zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie, um dem Verbraucher noch mehr Transparenz zu ermöglichen. Ihr Statement ist eine Ansage an die Branche, die im Systemhandel viele Nachahmer finden und das Thema Regionalität immer weiter in den Vordergrund rückt und fördern wird.

Eine Renaissance der Blumen-Präsente

Laut Facheinzelhandelsgärtner erfreuen sich Pflanzen und Blumen als Geschenk bei den unterschiedlichsten Konsumtypen einer immer größeren Beliebtheit. Royal FloraHollands hauseigenes Marktforschungsinstitut bestätigt diese Beobachtung.

So stellte sich heraus, dass im Rahmen einer wöchentlichen Umfrage von rund 700 wechselnden Konsumenten in Deutschland, die zu ihrem Blumen- und Pflanzenkauf befragt werden, die Attraktivität des Blumengeschenks in den vergangenen vier Jahren gestiegen ist.

Der Anteil an Blumensträußen im Preissegment über 20 Euro habe zudem in Deutschland in den letzten vier Jahren um neun Prozent zugenommen. Auch der Anteil jüngerer Konsumenten, die Blumen und Pflanzen kaufen, würde tendenziell wieder zunehmen.

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