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16. 06. 2017

Neue Lust auf Schnittblumen

Die Blumengroßmärkte beobachten seit Jahren, dass Schnittblumen beim Verbraucher immer besser ankommen. Foto: Cordula Kropke BGM Hamburg

Blickt man zurück auf das Jahr 2016, dann blickt man auf einen boomenden Schnittblumenabsatz im Juni/Juli. FloraHolland berichtete, dass zwischen Mitte Juni und Mitte Juli der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um sagenhafte 27 Prozent stieg. Und dies bei deutlich höheren Preisen als im Vorjahr, da die klimatischen Bedingungen 2016 nicht den optimalen Voraussetzungen von 2015 entsprachen.

Mehr Umsatz trotz höherer Preise

Höhere Exporte gab es laut FloraHolland vor allem nach Deutschland, Österreich und Frankreich, ein Minus verzeichneten Großbritannien und Polen. Mehr Umsatz trotz höherer Preise – das kann nur bedeuten, dass die Nachfrage durch ein neues, enorm gestiegenes Verbraucherinteresse an Schnittblumen stimuliert wurde.

„Wir beobachten das seit drei Jahren“, erklärt Peter René Hecker vom Blumengroßmarkt in Düsseldorf die deutlichen Zuwächse beim regional produzierten Schnitt. Ebenso sprach man auf den anderen Blumengroßmärkten im vergangenen Jahr „von einem sehr guten Jahr“, wie Reiner Wilk vom Blumengroßmarkt in Frankfurt auch stellvertretend für die anderen BGM formuliert. Wobei insbesondere „unsere regionalen Sommerflor-Erzeuger profitierten“, ergänzt Hans-Georg Biller, Geschäftsführer des BGM in Mannheim.

Verbraucher haben Lust auf Schnittblumen entwickelt

Auch in diesem Jahr scheint sich zu bestätigen, dass die Verbraucher eine neue Lust auf Schnittblumen entwickelt haben. Es mag daran liegen, dass „auch coole Kreative einen haptischen Ausgleich suchen“ und ein „Blumenstrauß, unbeschwert und schön, dafür bestens geeignet“ erscheint, wie die „Welt am Sonntag“ mitteilte. Der Beitrag ist kein Einzelfall, es ist bemerkenswert, wie oft in der Publikumspresse in letzter Zeit positive Artikel über Schnittblumen publiziert wurden.

Solche Aussagen stehen sicherlich im Zusammenhang mit Veränderungen in der Wohnkultur. Die Zeiten der Dominanz reduzierter Einrichtungsstile neigen sich dem Ende zu. Die Wohnzeitschriften propagieren kräftige Farben, Stoffe, wertige Accessoires, das Ambiente wird romantischer, verspielter. „Schnittblumen spielen in diesem Umfeld wieder eine größere Rolle“, hat Gert Hieber vom BGM in Stuttgart beobachtet. „Insbesondere locker gebundene Wald-und-Wiesen-Sträuße, sie stehen für romantische Natürlichkeit. In unübersichtlicher werdenden Zeiten sind das emotionale Anker, die beruhigend wirken.“

Vielfalt der regionalen Sommerflora schürt die Lust auf Schnittblumen

Auf den Blumengroßmärkten wird diese positive Entwicklung mit der Vielfalt der regionalen Sommerflora in Verbindung gebracht, die den Floristen zur Verfügung steht. Ein Gartenbaubetrieb wie Grutsch aus Waltrop an der Lippe, seit 30 Jahren Vermarkter auf dem BGM Dortmund und darüber hinaus, produziert mehr als 100 Kulturen zwischen Früh- und Spätsommer. Nicht anders der Waater Rosenhof (BGM Düsseldorf und BGM Köln) mit über 80 Produkten.

Auch die Sommerflor-Erzeuger in Hamburg, Frankfurt, Mannheim und Stuttgart setzen auf große Vielfalt bei kleinen Mengen. Es stimmt ja auch, selbst ein durchschnittliches Schnittblumensortiment in einem Blumenfachgeschäft lässt das Herz der Konsumenten deutlich höher springen als das ärmliche Angebot im LEH. Es stimmt aber ebenfalls, dass für das Gros der heute 20-Jährigen Schnittblumen Supermarktprodukte sind. Tulpen, Rosen, Gerbera und Sonnenblumen, bei vielen jungen Konsumenten reicht der Schnittblumen-Horizont nicht weiter. (Martin Hein)

Wie es um das Blumen-Know-how der Kunden im Hinblick auf Schnittblumen bestellt ist und auf welche Sorten der Blumeneinzelhandel im Sommer setzen sollte, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der g&v.

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