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Abgabe von Biozid-Produkten nur noch nach Beratung

Auf Einzelhandelsgärtnereien, Gartencenter und Gartenfachmärkte wird künftig ein erhöhter Beratungsaufwand zukommen, denn der Bundesrat hat kürzlich einem Selbstbedienungsverbot für Biozid-Produkte zugestimmt. Diese Mittel dürfen dann nur noch nach eingehender Beratung durch Fachpersonal verkauft werden.

Biozid-Produkte dürfen künftig nur noch nach einhergehender Beratung verkauft werden. Foto: Green Solutions

„Bewussteren Umgang mit Biozid-Produkten erreichen“

Ursprung des in Kraft tretenden Selbstbedienungsverbots war ein Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, dem das Kabinett bereits im Mai zustimmte. Der Bundesrat hat dem nun ebenfalls stattgegeben, so dass künftig strengere Regeln beim Verkauf von Bioziden, wie Produkten zur Bekämpfung von Insekten, Mäusen und anderen Nagetieren sowie Mittel als Fernhaltung und Köder gelten. Es werde keinesfalls ein generelles Verbot dieser Mittel geben, eine Abgabe darf allerdings dann nur noch nach einem vorausgegangenen Beratungsgespräch durch Fachpersonal erfolgen. „Ich will einen bewussten Umgang mit Biozid-Produkten erreichen und ihren oft unnötigen Einsatz verhindern. Das gelingt uns mit der verpflichtenden Fachberatung beim Verkauf. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen die Gefahren kennen und im besten Fall zu weniger schädlichen Mitteln greifen oder auf die Anwendung von Biozid-Produkten verzichten […]“, erklärte Bundesumweltministerin Schulze ihren Vorschlag.

Zunahme des Onlinehandels aus dem Ausland

Damit wird auf die Verkaufsstellen von Biozid-Produkten wie Einzelhandelsgärtnereien, Gartencenter und Gartenfachmärkte ein zusätzlicher Beratungsaufwand zukommen. Beim Zentralverband Gartenbau (ZVG) stieß die neue Regelung auf deutliche Kritik. Man befürchte gar eine Zunahme des Onlinehandels mit diesen Produkten aus dem Ausland. „Vom geplanten Selbstbedienungsverbot sind Produkte betroffen, die ausdrücklich als Verbraucherprodukte zugelassen sind und ein niedriges Gefährdungspotenzial aufweisen, beispielsweise Ameisenköder oder Mittel zur Fernhaltung von Schädlingen“, sagt ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Demnach hätten Beratungsgespräche keinerlei Zusatznutzen, da sie lediglich der Wiedergabe der Gebrauchsanweisung dienen. Eine Überprüfung der korrekten Anwendungsbestimmungen könne ebenfalls nicht sichergestellt werden.

Verschärfung von EU-Verordnungen

Vielmehr sehe man durch das Selbstbedienungsverbot eine Verschärfung von EU-Verordnungen und damit einen Alleingang Deutschlands. Kleine und mittelständische gärtnerische Unternehmen werden dadurch zusätzlich belastet. Es müsse nun für bürokratiearme und verbraucherfreundliche Lösungen gesorgt werden und gegebenenfalls auch Ausnahmeregelungen geschaffen werden.

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