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BBH: „Wir müssen für Verbraucher sichtbar bleiben“

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Yvonne Watzdorf, seit 1. Juni Geschäftsführerin des Blumenbüro Holland (BBH), kennt sich in der Branche aus: Ihre ersten Karriereschritte unternahm sie bei Chrysal und dem Düngemittelhersteller Pokon, auch baute sie den Retailverkauf für Osmocote Langzeitdünger in Europa auf. Wir sprachen mit ihr über Kampagnen, Ziele und Herausforderungen für das BBH.

Bei der Jahrespräsentation des Blumenbüro Holland am 21. Juni stellte sich dessen neue Geschäftsführerin Yvonne Watzdorf der Branche vor und berichtete von ihrer Zukunftsplanung für das BBH. Foto: Paul Tolenaar/BBH

Inwiefern kann der Fachhandel von der Arbeit des BBH profitieren?

Gezielte Kampagnen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und hilfreiche Infos, Tipps und Tricks dienen der Absatzförderung von Blumen und Pflanzen. Auf diese Weise werden Verbraucher dazu angeregt, mehr und vor allem öfter Blumen und Pflanzen zu kaufen. Denn Blumen und Pflanzen sind nicht nur tolle Geschenke, man kann sich auch selbst daran erfreuen! Floristen, Gartencenter und andere Verkaufsstellen sollen einen festen Platz auf dem Einkaufszettel einnehmen. Mit dieser Mission ist das Blumenbüro Holland in vier europäischen Ländern aktiv, um zu inspirieren, zu informieren und zum Kauf zu motivieren. Im wichtigsten Exportland Deutschland werden 40 Prozent des Marketingbudgets ausgegeben. Weitere Länder sind Frankreich, Großbritannien und die Niederlande. Derzeit wird ein Pilotprojekt in Polen durchgeführt.

Die Kampagnen und Inhalte beeinflussen die Kaufabsichten der Verbraucher nachweislich positiv. Dies stimuliert die Nachfrage nach Blumen und Pflanzen, was zu mehr Umsatz führt. Hier dienen in erster Linie Floristen als professionelle Verkaufskanäle. Diese können Werbespots und andere Kampagnenmaterialien vom Blumenbüro Holland nutzen, um ihre Kunden zu inspirieren. Das Material ist kostenlos auf der Website verfügbar. Die Sichtbarkeit dieser Kampagnen in den Medien kommt somit auch den Floristen zugute.

Was ist aktuell die größte Herausforderung für das Blumenbüro Holland?

Die größte Herausforderung für das Blumenbüro Holland ist derzeit die ungewisse Zukunft nach dem 1. Januar 2024. Royal FloraHolland wird dann den Förderbetrag nicht mehr zentral sammeln. Dieser Betrag muss also auf andere Art und Weise zusammengetragen werden. Vielleicht kommt auch ein anderes Einnahmekonzept infrage. Natürlich müsste dieses von den Erzeugern und Händlern unterstützt werden. Und es muss möglich sein, die Beträge auf faire und gerechte Weise zu sammeln. Bis zum nächsten Jahr arbeiten wir intensiv an einer Lösung für diese Herausforderung. Vorschläge und Ideen sind jederzeit willkommen! Ein intensiver Kontakt zu den Unternehmen der Branche ist aktuell wichtiger denn je. Deshalb bin ich im Durchschnitt zwei Tage pro Woche unterwegs, um mit Branchenvertretern zu sprechen. Nur, wenn wir Werbeaktionen gemeinsam als Branche angehen, können wir die nötige Wirkung erzielen, um die Verbraucher zu erreichen und zu beeinflussen.

Wohin soll sich das BBH entwickeln, was sind die Ziele für die kommenden Monate?

Auch in den nächsten Monaten werden wir uns unserem vorrangigen Ziel widmen, Verbraucher zu animieren, mehr Blumen und Pflanzen zu kaufen. Zudem werden wir unseren zahlenden Förderern unseren Mehrwert verdeutlichen. Wir möchten den Dialog suchen, um zu verstehen, wo welcher Bedarf besteht. Und wir möchten im Rahmen unserer Möglichkeiten den Sektor noch stärker vertreten und Dienstleistungen anbieten, die in der Branche benötigt werden.

Wie sieht das Image von Blumen und Pflanzen bei Konsumenten aktuell aus? Gibt es hier noch Optimierungspotenzial?

Kürzlich haben wir die Marktforschungsagentur Motivaction beauftragt, die Entwicklung der Wahrnehmung und des Verhaltens von Verbrauchern in Bezug auf Blumen und Pflanzen zu untersuchen. Blumen haben ein außergewöhnlich positives Image. Auch Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen stehen hoch im Kurs. Blumen und Pflanzen machen Verbraucher glücklich! Das heißt aber nicht, dass es nicht noch Luft nach oben gäbe. Für Konkurrenzprodukte wie Parfüm, Wein und Schokolade werden enorme Marketingbudgets aufgewendet, damit diese bei den Verbrauchern präsent bleiben. Um uns einen festen Platz auf dem Einkaufszettel zu erobern, müssen wir für Verbraucher sichtbar bleiben – noch mehr und noch besser als jetzt.

Abschließend: Welche ist Ihre Lieblingsblume?

Die Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht. Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich mich für die Hortensie entscheiden, denn sie sieht nicht nur im Garten toll aus, sondern auch in einer Vase. In meinem Garten blühen mehrere Sorten, aber ich liebe sie auch in Blumensträußen – im Sommer frisch und im Winter auch mal getrocknet. Ich habe extra nachgesehen, wofür die Hortensie steht: Sie symbolisiert Dankbarkeit, Anmut und Schönheit. Ich finde, wir können dankbar und stolz sein, mit derart schönen Produkten arbeiten zu dürfen. Blumen und Pflanzen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie eignen sich wegen ihrer Symbolik auch als aufmerksame und emotionale Geschenke. Und natürlich bereichern sie unser Leben enorm. Ich freue mich sehr, einen Beitrag zu diesem schönen Sektor leisten zu können!

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