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Biozidhaltige Blumenfrischhaltemittel in Zukunft verboten

Blumenfrischhaltemittel, die dazu dienen, das Vasenwasser sauber zu halten, gelten laut Verordnung (EU) Nr. 528/2012 als Biozid-Produkte. Diese zu verkaufen oder zur Nutzung zur Verfügung zu stellen, will das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) künftig verbieten.

Blumenfrischhaltemittel sollen das Vasenleben von Schnittblumen verlängern. Foto: Pexels/Pixabay

Verbot tritt erst zum 31. Dezember 2022 in Kraft

Wie das BVL am 23. November mitteilte, soll das Inverkehrbringen biozidhaltiger Blumenfrischhaltemittel allerdings erst zum 31. Dezember 2022 untersagt werden. Der Grund für diese Übergangsfrist sei, dass die bisherige Verwaltungspraxis eine andere gewesen sei. Als Biozid-Produkt gelten den Ausführungen des BVL zufolge Blumenfrischhaltemittel, die der Reinhaltung des Vasenwassers dienen. Diese fallen unter die im Anhang V der Biozid-Verordnung definierte Produktart 2, die Desinfektions- und Algenbekämpfungsmittel umfasst, die nicht für die direkte Berührung mit Lebens- oder Futtermitteln verwendet werden. Fragen zur Zulassung solcher Produkte beantwortet laut BVL die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Einordnung von Blumenfrischhaltemitteln, die direkt an Pflanzen wirken

Blumenfrischhaltemittel, die dagegen vor Bakterien, Pilzen oder anderen Schaderregern schützen sollen und ihre Wirkung nicht im Vasenwasser, sondern direkt an den Schnittblumen entfalten, werden laut BVL als Pflanzenschutzmittel und nicht als Biozide eingestuft. Pflanzenschutzmittel müssen gemäß Artikel 2 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 zugelassen sein, wie das BVL betont. Beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gibt es zudem Informationen zum Zulassungsverfahren solcher Produkte.

Wann Blumenfrischhaltemittel als Pflanzenstärkungsmittel gelten

Darüber hinaus können Blumenfrischhaltemittel auch als Pflanzenstärkungsmittel gelten – allerdings nur, wenn sie ausschließlich Zucker zur Versorgung der Blumen und/oder Zitronen- beziehungsweise Milchsäure zur Senkung des pH-Werts für eine bessere Wasseraufnahme enthalten. „Solche Produkte können weiterhin in die Liste der Pflanzenstärkungsmittel aufgenommen werden“, erläutert das BVL. Und das, obwohl durch einen niedrigeren pH-Wert ebenfalls das Wachstum von Mikroorganismen im Vasenwasser reduziert werde und Zitronen- sowie Milchsäure als Wirkstoffe in der Produktart 2 der Biozid-Verordnung genehmigt sind, somit also grundsätzlich den Bioziden zugeordnet seien.

Wie das BVL erklärt, können Zitronen- und Milchsäure jedoch – sofern sie auch den Wassertransport und die Zuckeraufnahme erleichtern – ebenso als Beistoffe für Pflanzenstärkungsmittel gesehen werden. „Wenn in den verwendeten Konzentrationen und aufgrund der Art der Anwendung keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt zu erwarten sind, können Zitronensäure und Milchsäure in Pflanzenstärkungsmitteln toleriert werden“, so das BVL.

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