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Blumengroßmärkte: Regionalität im Fokus

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Mit dem Sommer kommt der Sommerflor. Dieser ist nach der Beet- und Balkon-Saison ein weiterer Höhepunkt für den regional orientierten Gartenbau und dessen wichtigste Kundengruppe: die Floristen. Um das Augenmerk auf Saisonalität und Regionalität zu lenken, haben die Blumengroßmärkte ein Magazin veröffentlicht, in dem sich bekannte Branchenvertreter zu wesentlichen Aspekten äußern.

Für regional erzeugten Sommerflor wirbt die neue Plakatserie des Blumen- und Zierpflanzengroßmarkts in Frankfurt am Main. Fotos: BZG

Heimische Produktion wieder „en vogue“

Für das laufende Jahr haben die Blumengroßmärkte ihre Marketing-Aktivitäten gebündelt und stellen Aspekte in den Vordergrund, die seit jeher zu ihren Stärken gehören: Saisonalität und Regionalität. Die beiden Begriffe gehören in der Praxis des Blumenfacheinzelhandels zusammen und haben insbesondere in den vergangenen zwei, drei Jahren noch einmal an Bedeutung gewonnen. Die Globalisierung, die bekanntlich auch vor der Grünen Branche nicht haltgemacht hat, steht vielfach in der Kritik. In vielen Branchen sind die Unternehmen dabei, nach Übersee ausgelagerte Produktionen wieder zurückzuholen. Heimische Produktion ist wieder en vogue.

„Die Logistikfrage hat eine ganz neue Bedeutung bekommen“, meint Hans-Georg Biller, Geschäftsführer des Blumengroßmarkts Mannheim. „Bisher wurden die Transporte in der Grünen Branche vor allem mit Blick auf die Umweltbelastung diskutiert, die regionale Produktion unserer Gärtner war dabei natürlich im Vorteil. Nun steht plötzlich die Kostenfrage zusätzlich in der Diskussion“, so Biller.

Blumen- und Pflanzentransport teurer und unsicherer geworden

In die gleiche Richtung verweist Klaus Bengtsson vom Blumengroßmarkt Hamburg. Die Logistik beim europäischen Blumen- und Pflanzentransport sei nicht nur „beträchtlich teurer“ geworden, sondern auch unsicherer. Er verweist darauf, dass „viele Zehntausend Lkw-Fahrer in Europa fehlen“. Schon seit dem Frühjahr ist spürbar, dass ein noch vor wenigen Jahren so selbstverständlicher Transport etwa von Ware aus Italien nun an Grenzen stößt.

Der Transport ist nur einer von vielen Aspekten, bei dem die regionale Produktion von Zierpflanzen Vorteile mit sich bringt. Zusammengefasst wurden diese in einem Magazin, das auch der Juli-Ausgabe von g&v beigelegt wurde. „Klima- und Umweltschutz, Arten- und Sortenvielfalt, die ausreichende Verfügbarkeit oder Fachhandelssortimente sind wichtige Punkte, wenn es um das Zusammenspiel der Blumengroßmärkte mit dem Blumenfacheinzelhandel geht“, erläutert Herbert Kettermann vom Blumengroßmarkt in Dortmund.

Magazin „Wir sind von hier“ lässt Erzeuger und Floristen zu Wort kommen

Zur Sprache kommen in dem Magazin mit dem Titel „Wir sind von hier“ Erzeuger aus dem regional orientierten Gartenbau und Floristen – darunter bekannte, vielfach ausgezeichnete Größen wie Victoria Salomon, Sarah Hasenhündl, Tina Attenberger, Susanne Schmitt, Nicolaus Peters oder Felix Geiling-Rasmus. „Die Floristik- und die Gärtnerbranche eint unter anderem, dass es sich in der Regel um Familienbetriebe handelt. Klassischer Mittelstand also, der bekanntlich die Stütze der deutschen Wirtschaft ist“, erklärt Rainer Obermeyer, Geschäftsführer auf dem Blumengroßmarkt Ulm.

Ein Mittelstand, der funktioniert – obwohl bekanntlich viele Blumenfachgeschäfte und kleine Gärtnereien in den vergangenen Jahren mangels Nachfolgeregelung schließen mussten. Aber im Gegensatz zu anderen Einzelhandelsbranchen, die wie der Lebensmitteleinzelhandel nur noch von einer Handvoll großer „Spieler“ dominiert werden, sorgt der Blumenfacheinzelhandel noch für rund die Hälfte des Umsatzes bei Pflanzen und Blumen.

Werbekampagnen der Blumengroßmärkte

Nicht nur durch besagtes Magazin weisen die Blumengroßmärkte aktuell auf die Bedeutung des regionalen Gartenbaus hin. Der Blumengroßmarkt Mannheim finanziert eine Werbekampagne im öffentlichen Nahverkehr – was zum Thema und in die Zeit passt. Der Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt (BZG) in Frankfurt am Main hat eine neue Plakatserie aufgelegt, über die die Produktion von Sommerblumen erläutert wird.

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