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Blumengroßmärkte: Schatten und Licht

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Die Corona-Pandemie verhindert weiterhin viele Veranstaltungen, die Floristen spüren dies allzu deutlich. Auch auf den Blumengroßmärkten zeigen sich die Auswirkungen.

Blumen und Pflanzen wie beispielsweise Frühlingsblüher, hier auf dem Blumengroßmarkt Ulm, sind bei den Verbrauchern nach wie vor gefragt. Foto: Rainer Obermeyer

Pandemie mit längerfristigen Folgen für den Blumenfacheinzelhandel

Nachdem schon der Wettbewerb „Kölner Frühling“ abgesagt wurde, hat auch der Hamburger Blumengroßmarkt den für den 26. März geplanten „Markt am Nachmittag“ in den Sommer verschoben. Als neuer Termin wurde der 27. August genannt. Die Auswirkungen der Pandemie haben auch längerfristige Folgen, sozusagen Long-Covid für den Blumenfacheinzelhandel. „Das Angebot an Tulpen aus den Niederlanden war in den ersten Wochen des Jahres recht knapp“, schildert Klaus Bengtsson vom Blumengroßmarkt Hamburg die Situation. „Im Januar konnten wir über unseren Web-Shop keine Tulpen anbieten, da unsere regionalen Erzeuger ihre Kontingente an ihren Blumengroßmarkt-Ständen an die Kunden verkauft haben“, erläutert Bengtsson.

Gestiegene Energiekosten und Geschäftsschließungen

Auch Hans-Georg Biller vom Blumengroßmarkt Mannheim hat Verzögerungen festgestellt. „Frühlingsware, die früher Mitte Dezember auf dem Markt zu sehen war, kam erst in der 2. Januarwoche“, erklärt er. Einen Grund dafür sieht er in den gestiegenen Energiekosten. Dem stimmt auch Rainer Obermeyer, Geschäftsführer des Blumengroßmarkts Ulm, zu. „So mancher Gärtner lässt nun die Gewächshäuser im Winter leer“, beschreibt er eine bundesweit erkennbare Tendenz. „Die Preise steigen an allen Ecken, wir spüren dies vor allem beim Gartenbaubedarf“, fügt Biller an. „Blumen und Pflanzen werden ja häufig als Luxusartikel bezeichnet, weil sie nicht unmittelbar zur Existenzsicherung notwendig sind. Die Grüne Branche muss aber aufpassen, dass dieser Luxusaspekt nicht gänzlich aus den Fugen gerät.“

Ein weiterer Aspekt, der dem Mannheimer Blumengroßmarkt-Geschäftsführer Sorge bereitet, sind die Geschäftsschließungen im Blumenfachhandel. „Es haben zum Jahresbeginn wieder einige namhafte Geschäfte aufgrund von fehlender Nachfolge geschlossen“, berichtet er. „Es öffnen natürlich auch immer wieder neue Läden, doch unterm Strich sind die Verluste nicht wegzudiskutieren.“

Konsumenten haben immer noch Lust auf Blumen und Pflanzen

Wobei: Die Blumengroßmärkte und ihre Kunden blicken trotz aller Widrigkeiten auf zwei gute Jahre zurück. Auf dem Blumengroßmarkt Ulm etwa „steigt der Umsatz pro Kunde“, erläutert Geschäftsführer Rainer Obermeyer. „Wir sehen auch, dass viele alte Kunden, die zwischenzeitlich andernorts einkauften, wieder zurückkommen.“ Auch vom Blumengroßmarkt Dortmund kommen positive Einschätzungen. Die Umsätze bei Zwiebelblühern „zogen gleich nach Silvester an“, freut sich Geschäftsführer Herbert Kettermann. Und trotz vieler Absagen von Silvester-Veranstaltungen und privaten Feiern zur Jahreswende war Glücksklee aus regionaler Produktion schon einige Tage vor dem 31. Dezember ausverkauft. Was zeigt: Die Konsumenten haben ihre Freude an Blumen und Pflanzen nicht verloren, es gibt für die Branche neben einigen Schatten auch viel Licht.

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