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Dautz‘ Sicht: Herausforderungen einer Führungskraft

Donald Trump machte es uns bis zur Peinlichkeit beispielhaft vor. Wie oft habe ich gedacht, hat der Mensch keine Freunde oder andere Menschen, die es gut mit ihm meinen? Als Chef oder Führungskraft erhält man, gerade wenn man sein Unternehmen oder seinen Bereich lange führt, kein konstruktives oder ehrliches Feedback mehr von seinem Umfeld.

„Je bestimmender und fordernder ein Chef oder eine Chefin für die eigene Idee auftritt, je kleinteiliger werden sich die Mitarbeitenden auf das detaillierte Sich-führen-Lassen zurückziehen“, so die Erfahrung von Unternehmerberater Karl-Heinz Dautz. Foto: privat

Wer beißt schon die Hand, die einen füttert?

Mitarbeiter lehnen sich zurück und vertrauen auf weiterhin strategisch und operativ (gute) Entscheidungen und Handlungen. Vielen Mitarbeitern und Führungskräften fehlt ohnehin schon der Mut oder die Courage, Entscheidungen des Chefs kritisch zu hinterfragen. Wer beißt schon die Hand, die einen füttert?

Auf der anderen Seite machen es die meisten Chefs ihren Mitarbeitenden auch schwer, sie vor Fehlern oder Versäumnissen zu warnen. Mangelnde Kritikfähigkeit ist die Grundlage vieler Fehlentscheidungen, da das Wissen für richtige Entscheidungen doch in den Unternehmen fast immer bei den Mitarbeitern vorhanden ist. Es wurde nur nicht abgerufen. Mitarbeitende und Führungskräfte sitzen so in der ersten Reihe und warten passiv (manchmal sogar hämisch) auf das Ergebnis. Ist das Unternehmen schon einen Schritt weiter, verlassen gute Mitarbeiter das Unternehmen, da ihre Kompetenz nicht benötigt oder gewürdigt wird. Die mangelnde Selbstreflexion wird zur Gefahr für das Unternehmen und damit auch für die eigene Existenz als Mitarbeitender. Auf Dauer bleiben nur die Menschen, die dort arbeiten müssen, weil sie aus verschiedensten Gründen keine Alternative mehr haben.

Wichtig: Mitarbeiter, die Chef oder Chefin mutig reflektieren

Je bestimmender und fordernder ein Chef oder eine Chefin für die eigene Idee auftritt, je kleinteiliger werden sich die Mitarbeitenden auf das detaillierte Sich-führen-Lassen zurückziehen, und selbst kleinste Sachverhalte werden nicht mehr selbst entschieden. Mikromanagement macht sich breit. So kommt es zu mangelnder Reflexion von Unternehmern und damit zu einem Eigenbild, welches mit dem Fremdbild nichts mehr gemein hat.

Das Wichtigste ist jedoch, Menschen im Unternehmen zu haben und vor allem zu binden, die es wagen und als ihre Aufgabe sehen, den Chef oder die Chefin mutig zu reflektieren und zu kritisieren. Wenn die das gut und wertschätzend machen, werden Sie diese Menschen trotzdem oder gerade deswegen viel mehr schätzen, respektieren und für den langfristigen Erfolg benötigen! Es ist also wichtig, eine Kultur des gegenseitigen, wertschätzenden, konstruktiven, kritischen Hinterfragens aufzubauen, um die richtigen Mitarbeiter zu halten und damit nachhaltig zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. (Karl-Heinz Dautz, NeedForChange Unternehmerberatung)

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie sieht es mit dem Feedback in Ihrem Unternehmen aus? Darf die „Chefetage“ mutig reflektiert werden? Wir freuen uns über Ihre Meinung – per E-Mail an g&v-Chefredakteurin Andrea Eggers oder über die g&v Facebook-Seite.

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