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Dautz‘ Sicht: Wertschätzung ist nicht käuflich

Wertschätzung ist kostenlos und zugleich unbezahlbar. Echte Wertschätzung macht unser soziales Miteinander erst so wertvoll für uns und unser Wohlbefinden, drückt sie doch Achtung und Respekt aus. Sie ist ein Zeichen freundlicher Zugewandtheit und ein menschliches Grundbedürfnis. Und doch fühlen viele von uns beruflich wie privat einen Mangel an Wertschätzung. Woran liegt das?

„Wertschätzung kommt von innen heraus und ist aufrichtig und ehrlich“, sagt Zielcoach Karl-Heinz Dautz. Foto: privat

Keine Einbahnstraße, sondern immer gegenseitig

Wertschätzung, speziell in einer Unternehmenskultur, ist eine dauerhaft spürbare Haltung! Sie ist kein Verhalten oder ein Satz oder eine Handlung, um ad hoc etwas zu erreichen. Es ist eine langsam wachsende Kultur des gegenseitigen miteinander Umgehens. Wie einen Obstbaum muss man diese pflegen, um etwas zu ernten. Wertschätzung ist auch keine Einbahnstraße, sondern immer gegenseitig! Gerade im Arbeitsalltag, unter dem Druck von Effizienz und Zeit, vergessen wir manchmal, dass Wertschätzung nicht nur ein Wort oder eine Frage ist. Egal, wie gut es vielleicht gemeint war. Sondern, wie sich die angesprochene Person dabei fühlt.

Wertschätzung ist starker Motivator im Arbeitsalltag

Kennen Sie das, wenn jemand Sie nach Ihrem Wohlbefinden fragt, Ihr Gegenüber die Antwort aber nicht abwartet? Haben Sie dann das Gefühl, dass Ihre Antwort Ihr Gegenüber überhaupt nicht erreicht und sozusagen buchstäblich von der Stirn abprallt? Ich gebe Ihnen noch ein anderes Beispiel: Wurden Sie oder Ihre Arbeit schon mal gelobt, und es fühlte sich nicht aufrichtig an, als würde der Lobende jetzt nur eine tägliche To-do-Liste abhaken, weil man das als guter Mensch oder Chef so macht? Was ist daran wertschätzend? Und bewirkt es nicht sogar eher das Gegenteil? Indem es den Angesprochenen zu einem Objekt, einer lästigen Aufgabe degradiert? Wird man da nicht eher demotiviert? Dabei ist empfundene Wertschätzung im Arbeitsalltag ein starker Motivator und gibt starken Antrieb. Ja, sogar mehr als Lob und Belohnung. Die Entlohnung einer Arbeit kann natürlich eine Folge hoher Wertschätzung sein, sie kann und wird aber niemals ein Ersatz sein.

Nehmen Sie sich bei allem täglichen Druck die Zeit, sich mit Ihren Mitmenschen und Kollegen wirklich mitfühlend, emphatisch zu beschäftigen. Wertschätzung kommt von innen heraus und ist aufrichtig und ehrlich. Genau das spürt und fühlt mein Gegenüber. Hören Sie aktiv und aufmerksam zu. Versuchen Sie das Gesagte zu verstehen. Interessieren Sie sich! Schaffen Sie so die ersten Schritte zu einer wertschätzenden Umgebung, unabhängig davon, ob es privat, beim Einkaufen oder am Arbeitsplatz ist. Wie möchten Sie wertgeschätzt werden? Wann fühlen Sie sich wirklich wahrgenommen und respektiert? Wertschätzung ist nicht käuflich, aber wenn man Zeit und Aufmerksamkeit sät, kann man sie irgendwann auch ernten! (Karl-Heinz Dautz, NeedForChange Unternehmerberatung)

Ihre Meinung ist gefragt!

Bleibt bei allem Alltagsstress und -druck Zeit für Mitgefühl und Empathie, für echte Wertschätzung? Wir freuen uns über Ihre Meinung – per E-Mail an g&v Chefredakteurin Andrea Eggers oder auf der g&v Facebook-Seite.

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