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Fachhandel: mit bienenfreundlichen Pflanzen profilieren

Die generell positiven Ergebnisse für den Blumeneinzelhandel 2020 sind weniger dem Schnittblumen-, sondern dem Pflanzenverkauf zuzuschreiben. Daher sollten sich Floristen, die sich in den vergangenen Jahren aus diesem Segment zurückgezogen haben, überlegen, ob sie sich nicht wieder intensiver um den Pflanzenverkauf kümmern sollten. Bienenfreundliche Pflanzen könnten dabei aus mehreren Gründen im Fokus stehen.

Lavendel gehört nicht nur zu den bienenfreundlichen Pflanzen, sondern wächst auch stetig in der Verbrauchergunst. Foto: pasja1000/Pixabay

Bienenfreundliche Pflanzen bedürfen entsprechender Beratung

Zum einen sind die Verbraucher offen für Produkte, die dem Artensterben entgegenwirken. Der Blumenfachhandel kann sich damit auch gegenüber den Billiganbietern aus dem Systemhandel abgrenzen. Bienenfreundliche Pflanzen bedürfen einer entsprechenden Kommunikation, einer Beratung. Die kann der Systemhandel nicht bieten. Da es ja um einen Mehrwert geht, sind auch unmittelbare Preisvergleiche nicht die Regel. Zumal, das hat das vergangene Jahr gezeigt: Die Konsumenten blicken gar nicht so sehr auf einen (möglichst niedrigen) Preis, wenn sie durch ihr Kaufverhalten der Umwelt etwas Gutes tun können.

Wer sich mit bienenfreundlichen Pflanzen profilieren will, der muss dies offensiv kommunizieren. In der Grünen Branche gibt es verschiedene Verbände, die sich in diesem Bereich engagieren und dem Blumenfacheinzelhandel zur Seite stehen. Auch die Blumengroßmärkte gehören dazu, die unter anderem Werbemittel wie Plakate zur Verfügung stellen.

Einige beliebte Produkte fallen durchs Raster

Bienenfreundlich sind Pflanzen vor allem dann, wenn sie Nektar und Pollen erzeugen. Einige beliebte Produkte fallen da durch das Raster, etwa Geranien, Pelargonien, das Fleißige Lieschen oder Forsythien. Nun sollte man solche Pflanzen aber keineswegs verteufeln, haben sich doch beispielsweise Geranien in den heißen, trockenen Sommern der vergangenen Jahre bewährt. Man kann nicht alles haben – diese Einsicht aus dem Volksmund trifft auch auf das Pflanzenreich zu.

Insgesamt gilt: Wer als Verbraucher im Garten oder auf dem Balkon den Erhalt der Arten fördern will, der sollte sich um Vielfalt bemühen. Dazu zählen auch die Nutzpflanzen, die im Frühjahr 2020 und dann später im Herbst einen regelrechten Boom erlebten. Zucchini oder Fenchel, Erdbeere, Brombeere oder Johannisbeere, Apfel-, Birnen-, Sauerkirschen- oder Quittenbäume – Bienen und viele andere Arten sind dafür dankbar. Hervorzuheben ist auch der Lavendel, der Jahr für Jahr in der Verbrauchergunst wächst. Auf den Lavendelfeldern etwa in Südfrankreich summt und brummt es wie wild. Das könnte auch in den deutschen Gärten oder auf den Friedhöfen so sein.

Kunden von morgen lassen sich gut mit bienenfreundlichen Pflanzen ansprechen

Mit bienenfreundlichen Pflanzen lassen sich ebenfalls die Kunden von morgen gut ansprechen, die Kinder und Jugendlichen. Es ist nicht abwegig, mit Kitas oder Schulen entsprechende Projekte zu starten. Das Engagement würde dann bis zu den Eltern getragen, wirkungsvoller kann man sich kaum profilieren. Dazu zählen dann auch die Bienenhotels. Die lassen sich in so ziemlich jeder Größenordnung errichten, im Internet finden sich jede Menge detaillierter Konstruktionsbeschreibungen. Bienenhotels sind natürlich ebenfalls imposante Blickfänge vor solchen Geschäften, die ausreichend Platz und ein geeignetes Umfeld haben. (Martin Hein)

► Mehr zum Thema „Mit Bienen profilieren“ sowie eine Auswahl bienenfreundlicher Pflanzen finden Sie in g&v 2/2021.

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