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Floristik-Tarife werden neu verhandelt

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Die Entgelt-Tarife Ost und West für die Floristik wurden von der Arbeitnehmergewerkschaft IG Bau fristgerecht zum 30. Juni 2022 gekündigt. Die Verhandlungen für neue Tarife sind demnach nun wieder gestartet.

Ob Floristen Grund zur Freude haben, wird sich angesichts der Tarifverhandlungen von FDF und IG Bau noch zeigen. Foto: Amina Filkins/ Pexels

Zähe Verhandlungen bei letzter Tarifrunde

Nachdem es 2021 zu erheblichen Diskrepanzen bei den Tarifverhandlungen zwischen der Arbeitgeberseite, dem Fachverband Deutscher Floristen (FDF), und der Arbeitnehmerseite, der Gewerkschaft IG Bau, kam, stehen nun die nächsten Verhandlungen über die Entgelte in der Floristik an. Im vergangenen Jahr warf die IG Bau dem FDF nach der ersten Verhandlungsrunde noch Wortbruch vor, im zweiten Durchgang konnte man sich allerdings auf eine Erhöhung der Entgelte einigen. Dieser bestehende Tarifvertrag wurde nun durch die IG Bau fristgerecht zum 30. Juni 2022 gekündigt, so dass man nun erneut in die Verhandlungen startet.

Vorschläge liegen noch sehr weit auseinander

Anfang Juni setzte sich bereits die Tarifkommissionen des FDF und der IG Bau zu einer Sondierungs-Runde zusammen. Die Leitung übernahmen auf Seiten des FDF Kai Jentsch und auf Seiten der IG Bau Jörg Heinel. Die Beteiligten trafen sich online auf Einladung des FDF und diskutierten unter anderem den neuen Mindestlohn von 12 Euro ab Oktober 2022. Wie der FDF jetzt bekannt gab, prognostiziere man im Osten dadurch Lohnsteigerungen von rund 18 Prozent. Erste Vorschläge wurden bereits in dieser Sondierungsrunde erörtert, demnach liege man allerdings noch sehr weit auseinander. Die IG Bau fordere demnach eine Ost-West-Angleichung und wolle die Floristik aus dem Niedriglohnbereich herausholen. Ein Branchenmindestlohn von 13 Euro pro Stunde werde demnach gefordert, was in der untersten Entgeltgruppe 2.197 Euro pro Monat bedeute, eine Steigerung von 497 Euro also. Diese Erhöhung sei entsprechend auf alle Entgeltgruppen anzuwenden. Auch die monatliche Ausbildungsvergütung will die IG Bau deutlich erhöhen, auf 850 Euro im ersten, 950 Euro im zweiten und 1.150 Euro im dritten Lehrjahr. Bei den Verhandlungen müsse zudem auch der neue Mindestlohn von 12 Euro berücksichtigt werden. In den laufenden Tarifen Ost liegen demnach alle Entgeltgruppen unter dieser Grenze. Hier müsse man die Tarife anpassen.

Arbeitsplätze erhalten und durch realisierbare Löhne wertschätzen

„Gerade mit Blick auf den zunehmenden Konkurrenzdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel in der Vermarktung von Blumen und Pflanzen, in Anbetracht der Kaufzurückhaltung der Kunden in Folge von Preissteigerungen, Inflationsraten und Ukraine-Krieg ist es unser Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und unsere Mitarbeiter*innen mit fairen und durch die Arbeitgeber realisierbaren Löhnen wertzuschätzen", so Jentsch. Weiterhin appellierte der FDF-Verhandlungsleiter an die IG Bau, die Stimme in der Mindestlohnkommission der Bundesrepublik dahin gehend geltend zu machen, dass Geringverdiener in einem großen Maße von Steuer- und Abgabenlasten zu befreien sind. Trotz aller Differenzen gaben sich beide Seiten abschließend optimistisch, dass eine faire Lösung infolge der weiteren Verhandlungen gefunden werden könne. Am 28. Juni 2022 soll die nächste Verhandlungsrunde folgen.

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