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Konsumverhalten im Herbst und Winter als große Unbekannte

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Dunkle Wolken nicht nur aufgrund der Jahreszeit – auf den Blumengroßmärkten und in der Floristenbranche werden viele Herausforderungen erwartet.

Typische Herbstprodukte aus regionaler Produktion: Die Verbände sehen die Grüne Branche in Gefahr. Foto: Blumengroßmarkt Hamburg/C. Kropke

Konsumklima auf Talfahrt

Wie sich das Konsumverhalten im Herbst und Winter entwickeln wird, das ist die große Unbekannte. Der Dortmunder Blumengroßmarkt-Geschäftsführer Herbert Kettermann erwähnt die Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung. Demnach war das „Konsumklima mehrere Monate hintereinander rückläufig“. Zudem berichteten „schon Anfang Oktober die Marktforscher, dass die Konsumenten zum Weihnachtsfest ihre Ausgaben zurückfahren“. Ebenfalls Anfang Oktober wurden „wieder neue Höchstwerte bei den Lebensmittelpreisen registriert“, schließt Kettermann an.

Preise gewinnen wieder an Bedeutung

Dass die Preise wieder eine deutlich größere Rolle spielen werden, vermutet auch der Geschäftsführer des Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt Rhein-Main, Michael Schoser mit seinem Hinweis, dass „im Lebensmitteleinzelhandel verstärkt preiswerte Eigenmarken und weniger Markenartikel gekauft werden“. Von solchen Entwicklungen bleibt aber zunächst einmal das Marketingkonzept des Blumengroßmarkts in Frankfurt unberührt. In der Main-Metropole setzt man verstärkt auf das Angebot von Weiterbildungs-Seminaren. Dass diese fast ausnahmslos gut angenommen werden, zeigt: Trotz der Krise stecken die Floristen nicht die Köpfe in den Sand.

Blumen und Pflanzen werden weiterhin gekauft – aber wo?

Felix Glück, Geschäftsführer beim Blumengroßmarkt Karlsruhe, bleibt optimistisch, dass „auch in den kommenden Monaten weiterhin Blumen und Pflanzen gekauft werden“. Die Frage sei nur wo, im Blumenfacheinzelhandel oder bei den Supermärkten oder Discountern? Die Frage lässt sich nicht seriös beantworten, denn noch ist nicht abzusehen, wie sich etwa bis zum Jahreswechsel die Schnittblumenpreise der hauptsächlich über Holland gehandelten Importware entwickeln werden. Denn bei der Importware spielen die Transportkosten eine wichtige Rolle – und die Logistikpreise sind bekanntlich explodiert.

Explodierende Energiekosten treffen auch Floristen

Die Verbände sehen weite Teile der Grünen Branche in Gefahr. So haben in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck der Deutsche Bauernverband, der Zentralverband Gartenbau, der Deutsche Raiffeisenverband und andere darauf hingewiesen, dass die Explosion der Energiekosten für die vielen mittelständischen Unternehmen der Branche existenzbedrohend sei, da die „steigenden Kosten nicht am Markt weitergegeben“ werden können. Die Floristen stehen in einer ähnlichen Situation. Was das bedeuten könnte, wird man im Frühjahr des nächsten Jahres wissen.

► Der komplette Marktbericht ist in der aktuellen g&v 11/2022 erschienen.

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