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Pestizide auf Schnittblumen: Doch ein Risiko für Floristen?

Wieder einmal gab es in den vergangenen Wochen Meldungen, unter anderem im Deutschlandfunk, dass Schnittblumen mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind und von ihnen entsprechende Risiken für Floristen ausgehen. Die Beiträge beziehen sich auf neue Untersuchungen des Wissenschaftlers Khaoula Toumi von der Universität Lüttich.

Laut Studien weisen viele Schnittblumen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Foto: MichaelGaida/Pixabay

Belgiens Gesundheitsministerium gibt Schutzempfehlungen für Floristen

Wie der Deutschlandfunk berichtete, habe das belgische Gesundheitsministerium auf die Studienergebnisse bereits reagiert und entsprechende Schutzempfehlungen veröffentlicht. So wird Floristen unter anderem geraten, stets Spezialhandschuhe und Schürze zu tragen und den Arbeitsplatz gut zu belüften. Denn auch wenn die Wirkstoffe nur in geringen Mengen auf den Schnittblumen vorkommen – in der Summe könnten Pestizidrückstände die Gesundheit durchaus belasten. In den Körper gelangen könnten diese beispielsweise über Hautkontakt oder Ausdünstungen, die eingeatmet werden.

Auch Bundesinstitut für Risikobewertung reagiert auf neue Studienergebnisse

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Studienergebnisse aus Belgien zum Anlass genommen, seine bisherige Stellungnahme zur Belastung von Schnittblumen zu überarbeiten. Geändert wurde dort bereits, dass die Nichtgefährdung „in der EU produzierte“ (vormals „in Deutschland gehandelte“) Schnittblumen betrifft. „Das BfR wertet die Studien von Toumi derzeit aus und wird die Ergebnisse dieser Auswertung in einer aktualisierten Fassung der Stellungnahme von 2010 berücksichtigen“, erklärt dazu die Bundesbehörde.

BfR hält Kontamination der Raumluft durch Schnittblumen für „sehr unwahrscheinlich“

In seiner Stellungnahme von 2010 habe das BfR bereits auf Maßnahmen zur Risikominimierung bei Berufsgruppen wie Floristen hingewiesen. „Unabhängig (...) hält das BfR es aber für selbstverständlich, dass Floristen aus Gründen der Arbeitshygiene zumindest bei sehr intensivem Pflanzenkontakt und Arbeiten, die zu Hautverletzungen führen können, geeignete Schutzhandschuhe tragen“, heißt es. Dem BfR würden keine wissenschaftlich belastbaren Studien beziehungsweise Daten vorliegen, die belegen, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln aus Blumensträußen in die Raumluft übergehen. „Ein gesundheitliches Risiko durch eine Kontamination der Raumluft mit Pflanzenschutzmitteln durch einen Strauß Schnittblumen ist daher sehr unwahrscheinlich“, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. (kla/ds)

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