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07. 07. 2017

Point of Emotion: Ladendesign

Ansprechendes Shopfitting aus Massivholz in Kombination mit modernen Designelementen. Foto: BAUHOLZ design DAS ORIGINAL

Zeitgemäßer Ladenbau bedeutet, dass eine gute technische Ausstattung und modulare Möbel Hand in Hand mit einer emotionalen Gestaltung à la schöner Wohnen gehen. Ziel: Der Kunde soll sich wohl und umsorgt fühlen. Die Einbindung digitaler Medien in das Ladenkonzept lockt die Generation „Millennials“ und damit die jungen Verbraucher. 

Grüne Branche: Orientierung an grünen Ideen

Welche Wege gehen die Kreativteams, die erfolgreiche Concept Stores in aller Welt entwickeln? Was kann ich für mein Fachgeschäft davon beherzigen? Sah man sich zur EuroShop 2017 in Düsseldorf an den Messeständen der Global Player um, fiel auf, wie sehr sie sich an „grünen“ Ideen orientieren: Technik, wie Touchscreens, werden geschickt in Pflanzen eingebettet. Verkaufs-theken optisch als Hochbeet konzipiert. Modulare Verkaufselemente erinnern an Verkaufswagen vom Wochenmarkt. Präsentationen besitzen den Charme von Tante-Emma-Läden. Ganz klar: Der Point of Sale wird immer stärker zum Point of Emotion. Die emotionale Ansprache gelingt darüber hinaus auch bei Ladenkonzepten in Industriedesign und Betonoptik.

Glücksphilosophie „Hygge“

Ein Begriff machte zu den Frühjahrsmessen und auch zur EuroShop in Düsseldorf die Runde: „Hygge“. Die dänische Glücksphilosophie beschreibt die Sehnsucht nach Gebundensein und Geborgenheit. Im Gegensatz zu Cocooning bedeutet es somit nicht den Rückzug in die eigenen Wände, sondern „Hygge“ heißt vielmehr, die Dinge gemütlich anzugehen, das Leben zu entschleunigen. 

Wie auf der EuroShop zu sehen war, wird diese Intension auch zukünftige Ladenkonzepte von namhaften Lebensmitteldiscountern beeinflussen. Denn die Discounter wollen zukünftig auch Verweilzonen für die Kunden einrichten, mit kostenfreiem Getränk und Kundentoilette. Der Kunde, der Lebensmittel einkauft, soll sich willkommen fühlen, was natürlich nicht uneigennützig geschieht. Die Verweildauer erhöht nachgewiesenermaßen den Umsatz. 

Gewächshaus-Optik von Gärtnereien und Floristen als Ruheinsel

Was Discounter demnächst anbieten werden, sollten Fachgeschäfte auch leisten, nur schöner und noch entspannender. Zur EuroShop waren Messestände zum Teil in Gewächshaus-Optik gebaut, ein Kapital, über das vor allem Floristikgeschäfte verfügen, die aus Gärtnereien hervorgegangen sind. Warum nicht das Gewächshaus mit gemütlichen Lounge-Möbeln und Dschungelpflanzen ausstatten? In dieser Ruheinsel sollte eine Kaffeemaschine nicht fehlen, die den Kunden sozusagen auf Knopfdruck verwöhnt. In vielen Ländern sind kostenfreie Getränke längst Usus.

Ein Blick auf die Store-Konzepte von Elea S.p.A., Itab Shop Concept, Schwitzke Project GmbH, Schweizer Project AG, Umdasch oder Vitra lohnt sich als Inspirationsquelle ebenso wie auf Ideengeber der grünen Branche, unter anderem die Kahler GmbH, Schneider Golze Ladenbau, Raum in Form oder SML Design. 

Ladendesign: Innovativ durch „Pop ups“

Wer im Ladendesign in Erneuerungszyklen von zehn bis 15 Jahren denkt, wird schnell von den Mitbewerbern überholt. Auch die Erwartungshaltung der Kunden schraubt den Anspruch immer weiter nach oben. Deswegen wird von vielen Geschäftsinhabern die Ladenausstattung und damit ein attraktives emotionales Ladendesign als „Kostentreiber“ gesehen. Das bestätigen auch die Umfrageergebnisse des EHI-Laden-Monitor 2017, der zur EuroShop veröffentlicht wurde. Viele investieren deswegen eher in ein „Shop Lifting“, das für optische Verbesserungen und einen ständigen Wandel auf der Fläche sorgt.

Ursprünglich bedeutet „Pop up“ das unerwartete Aufgehen eines Fensters auf dem PC-Bildschirm („to pop up“ heißt „plötzlich auftauchen“). Der Begriff wird immer häufiger für temporäre Gestaltungen verwendet, die den Betrachter beziehungsweise Kunden überraschen sollen.

Der Boden als Kommunikationsfläche

Wie die EuroShop zeigte, lassen sich diese gestalterischen Überraschungseffekte durch den modernen Digitaldruck erzeugen, ob als Wandprints, auf Fußböden oder im Textilbereich. Ein Highlight war die Marslandschaft, die „visuals united“ mit ihrem Fotoboden für den Messestand des „Visuellen Marketings“ gestaltete. Die Standbesucher konnten bildlich den roten Planeten betreten. Diese Idee kam gut an und verwandelte den Fußboden zur Kommunikationsfläche. 

Das Material ist ein Vinylboden, der mit frei wählbaren Motiven digital bedruckt und am Ende versiegelt wird. Vor allem kleine Flächen können so in kürzester Zeit einen völlig neuen Look erhalten. Ob Marslandschaft, Blumenwiese oder Fußballplatz – die Auswahl an ansprechenden Bodenmotiven, die die jeweiligen Firmen auf ihren Internetplattformen anbieten, ist riesig. Für temporäre Pop-up-Gestaltungen bieten sie einen weiteren Vorteil: Sie können klebstofffrei verlegt werden und sind dennoch rutschfest. Die Vinylfliesen werden bei der erneuten Umgestaltung einfach aufgenommen und können an anderer Stelle sofort wieder verlegt werden. (Irene Seidel)



 

 

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