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Tarifverhandlungen: IG Bau wirft FDF Wortbruch vor

Die Tarifverhandlungen im Bereich Floristik sind kürzlich ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Arbeitnehmergewerkschaft IG Bau wirft dem Fachverband Deutscher Floristen (FDF) in diesem Zusammenhang Wortbruch vor und droht den floristischen Arbeitgebern mit Konsequenzen. Seitens des FDF wies man die Vorwürfe zurück.

Die Tarifverhandlungen bei den Floristen stocken zur Zeit. Die IG Bau droht unterdessen mit Konsequenzen. Foto: Green Solutions

Ursprüngliches Angebot wurde abgelehnt

Die Tarifverhandlungen im Bereich der Floristik sind ins Stocken geraten und die Arbeitnehmergewerkschaft IG Bau droht aktuell mit Konsequenzen. Hintergrund sei laut IG Bau die Rücknahme eines Angebots seitens der Arbeitgeber. In diesem Zusammenhang wirft die Gewerkschaft dem FDF Wortbruch vor, da vom Arbeitgeberverband das ursprüngliche Angebot zurückgezogen worden war. „Die Darstellung der IG Bau, traditionell kurz vor dem Muttertag, gilt es im Sinne einer effektvoll platzierten Mitglieder-Werbung einzuordnen“, relativiert der FDF die Vorwürfe der IG Bau.

Verhandlungen ergebnisoffen auf Sommer vertagt

Die Gewerkschaft habe laut FDF das ursprüngliche Angebot der Arbeitgeberseite zunächst abgelehnt. „Dieses erste Angebot wurde im Dezember von der IG Bau ausgeschlagen und mit einem Gegenangebot erwidert. Der FDF musste dieses Gegenangebot der Gewerkschaft, vor dem Hintergrund der dramatischen, wirtschaftlichen Ausnahmesituation (am 16. Dezember hat der verschärfte Lockdown begonnen!) ebenfalls zurückweisen“, beantwortet der FDF die Vorwürfe auf Nachfrage. „Der Vorwurf des Wortbruches ist sachlich falsch. Die Tarifverhandlungen wurden durch den FDF nicht abgebrochen, sondern pandemiebedingt bis in den Sommer 2021 ergebnisoffen ausgesetzt“, heißt es weiter von Seiten des FDF.

IG Bau pocht nun auf Angebot

Laut IG Bau wird die Situation anders dargestellt. Demnach wurde das Angebot von der Tarifkommission der Arbeitgeber am 25. Januar 2021 zurückgenommen. „Ein einmal gesagtes Angebot der Tarifvertragsparteien steht!“, so die IG Bau in ihrem Vorwurf. Die pandemiebedingten Gründe bezeichnet die IG Bau hier nur als vorgeschoben und nennt es eine „Hinhaltetaktik“. Dennoch sei man bereit, auf zusätzliche Forderungen zu verzichten und das ursprüngliche Angebot anzunehmen. „Im Januar 2021 hat die IG Bau das ursprüngliche Angebot des FDF aus dem Oktober 2020, welches sie zuvor abgelehnt hatte, plötzlich erneut aufgegriffen. Vor dem Hintergrund, dass die Auswirkungen der Pandemie auf die Floristik-Branche seriöse und an der Praxis orientierte Entgelt-Tarif-Verhandlungen unmöglich machen, ebenso wie die Existenzsicherung der Betriebe und die Sicherung der Arbeitsplätze in der Branche akut im Vordergrund standen und stehen, hat die Tarif-Kommission des Fachverband Deutscher Floristen e.V.-Bundesverband die IG Bau um Verschiebung weiterer Tarif-Verhandlungen in den Sommer 2021 gebeten“, so der FDF-Fachausschuss für Tarif & Soziales.

Fortsetzung der Tarifverhandlungen Mitte 2021

Des Weiteren drückt die Gewerkschaft nun Empörung aus und droht den Arbeitgebern mit verschiedenen, nicht weiter genannten Konsequenzen. „IG Bau Mitglieder in der Floristik werden in den nächsten Tagen und Wochen ihrem Ärger mit verschiedenen Aktionen Luft machen“, heißt es. „Der FDF steht zu seinem Wort und erneuert an dieser Stelle das Angebot, Mitte des Jahres 2021 die Tarifverhandlungen fortzusetzen!“, erwidert der FDF-Fachausschusses. Der Ausgang der Verhandlunglen bleibt also offen.

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