Alle News

TASPO Awards: mit dem „gewissen Etwas“ erfolgreich sein

, erstellt von

Es gibt Tausende von Blumenfachgeschäften in Deutschland – Tendenz abnehmend. Wer weiter am Markt mitmischen will, muss neben floristischem Können, weitere Qualitäten haben. Die Finalisten der TASPO Awards 2021 in der Kategorie „Florist*in des Jahres“ zeigen, worauf es ankommt.

Von Imke Matthiesen und ihrem Team wurde diese florale Tischdekoration gestaltet. Foto: Blumen Hansen, Sylt

Trends finden, machen, teilen

Imke Matthiesen, Floristin des Jahres 2021 und Inhaberin von Blumen Hansen auf Sylt (Bild rechts, Foto: privat), ist Instagram-Queen. Das konnte man nicht nur bei der Gala der TASPO Awards sehen, als sie mit ihrem Smartphone bewaffnet auf die Bühne lief, um ihren Award entgegenzunehmen. Über Storys lässt sie ihre Follower an ihrem Leben im Blumengeschäft und darüber hinaus teilhaben. Der Feed ist voll von Blumen, Accessoires, Reisen und Menschen. Ein paar Tiere mit Kopfkränzchen dürfen aber auch nicht fehlen, denn diese sind sehr beliebt, verriet Imke Matthiesen kürzlich in einer Instagram-Reihe in der g&v. So kann auch Alltägliches zum Abenteuer werden, wenn die Inszenierung stimmt.

Die erfahrene Floristin weiß, wie das geht. Matthiesen übernahm 2017 das traditionsreiche Ladengeschäft Blumen Hansen auf der beliebten Nordseeinsel Sylt. Trends und Neuheiten aufzuspüren und umzusetzen, gehört zu ihrem Job. Durch Posts auf Instagram und anderen Social-Media-Plattformen setzt sie dann selbst Trends. Laut Matthiesen beeinflussen sie und ihr Team dabei nicht nur Endkunden (ihre „Fans“).

Service, Service, Service!

Michael Frings, Inhaber von 1st Tannendiele BlumenGut (Bild links, Foto: privat), verpasste den Sieg mit seinem Fachgeschäft in der vom Einzelhandel geprägten Tannenstraße in Düsseldorf knapp. Wer im Einzelhandel einkauft, erwartet Fachkenntnis und vor allem Service, weiß Frings, der eigentlich kein Geschäft eröffnen wollte. Jahrelang nahm er Aufträge als freischaffender Florist an. Auf der Suche nach einer geeigneten Werkstatt verliebte er sich in das leerstehende Ladenlokal im Norden Düsseldorfs. Schnell war klar, dass die Tannendiele doch ein Anlaufpunkt für Kunden sein musste. So entstand sein Blumenladen mit Wohlfühlfaktor.

„Ob Showroom, PoS-Konzept, Pop-up-Store oder die eigenen vier Wände – wer seine Räume verschönern möchte, ist bei uns an der richtigen Adresse“, wirbt Frings. Bei regelmäßigen Events wie Workshops oder der Event-Reihe „Tannenrausch“ zeige sich, wie gern Kunden dort verweilen und wiederkehren. Unterhaltende und überraschende Programmpunkte wie Gin-Tasting oder Live-Musik werden dann mit Produktvorstellungen oder Season-Sales verbunden. Die Veranstaltungen sind thematisch auf die Interessen der lokalen Zielgruppe abgestimmt. Als weiteren Service bietet die Tannendiele regelmäßige Social-Media-Aktionen wie die „Pflanzensprechstunde“ an.

Teamgeist stärken

Tobias Niefenecker (Bild rechts, Foto: privat) kehrte nach der Ausbildung zum „Staatlich geprüften Gestalter für Blumenkunst“ in seinen Ausbildungsbetrieb zurück. Er übernahm das etablierte Fachgeschäft „Florali“ im Münchener Süden. Nun steht ihm hier ein Team aus neun Mitarbeitern zur Seite: zwei Meisterfloristen, vier Gesellen, zwei Azubis sowie eine Aushilfe, die das Team im Hintergrund unterstützt. „Unsere Ziele erreichen wir durch ein klar und übersichtlich gestaltetes Ladenkonzept und die Hand-in-Hand-Arbeit im Team. Uns ist es wichtig, dass jeder ein vollwertiges Mitglied ist und so seine Ideen und Innovationen in der Gruppe teilen kann“, sagt Niefenecker.

Die Produktion und der Vertrieb der anspruchsvollen und modernen Floristik sind Ergebnis einer klar gegliederten Organisation, in der alle Mitarbeiter die Prozesse und Abläufe verstehen und bereit sind, für ihren Bereich Verantwortung zu übernehmen. Professionelle und motivierte Mitarbeiter sind hier keine „Kostenverursacher“, sondern „Leistungsträger“. Respektvoller Umgang und die persönliche Zufriedenheit aller Mitarbeiter stehen an höchster Stelle. „Trotzdem müssen meine und die finanziellen Bedürfnisse meiner Angestellten befriedigt werden. Hier ist es die Aufgabe, das richtige Gleichgewicht zu finden“, so Niefenecker.

Eine Marke sein

Tina Attenberger (Bild links, Foto: privat) ist eine Macherin. Mit ihrem Blumengeschäft Blüh auf! in Recklinghausen erfüllte sich die Floristmeisterin einen Herzenswunsch. „Bei uns gibt es keine Ausrichtung je nach Zielgruppe. Wir fassen das große Ganze. Blüh auf! hat sich als Marke etabliert. Wir haben das große Privileg, jeder Altersgruppe gerecht zu werden“, erklärt Attenberger. Auch die Kunden werden dabei geduzt, denn „alle sind bei uns gleich, das macht uns aus“.

Den Style von Blüh auf! beschreibt Attenberger als lässig, trendy und authentisch – „wir sind weltoffen und familiär“, so die Floristmeisterin. Sträuße heißen beispielsweise „Colour Flash“, starke Farbkontraste bestimmen die floristische Gestaltung. Einen Blattabschluss gibt es nicht, die Blüten dürfen wirken, mit viel Raum und ein wenig hippem Grün dazwischen. Buntes Schleierkraut quietscht in schlichten Vasen und Schalen. Denn bei den Zusatzartikeln setzt sie auf Zeitlosigkeit und Qualität aus Deutschland und Skandinavien. Mit InDesign gestaltet Tina Attenberger eigene Produkte, wie Schlüsselanhänger und Karten mit frechen Sprüchen. So kann sie immer schnell auf Situationen und Aktionen reagieren und dabei noch Geld sparen. Ihr Logo, das auf Verpackungsmaterial und vielem mehr prangt, hat sie ebenfalls selbst entworfen. Seit Ende 2021 ist „Blüh auf!“ auch als Wort-Bild-Marke geschützt.

Bewerben Sie sich jetzt!

Die Floristinnen und Floristen auf dieser Seite konnten sich bei den TASPO Awards im vergangenen Jahr mit ihren herausstechenden und nachahmenswerten Konzepten über eine Nominierung als „Florist*in des Jahres“ freuen. Haben auch Sie für diese oder eine der anderen Award-Kategorien etwas Besonderes zu bieten? Dann bewerben Sie sich für die TASPO Awards 2022 – Einreichungsschluss ist der 15. Juli.

Cookie-Popup anzeigen