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Schnittblumen mit höherem CO2-Fußabdruck

Schnittblumen erhalten im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit selten so viel Aufmerksamkeit wie andere Produkte aus dem Einzelhandel - und dass, obwohl sie über einen deutlich höheren Kohlenstoffgehalt verfügen. Erstmals wurden britische, niederländische und kenianische Schnittblumen im Hinblick auf ihren CO2-Fußabdruck in einer vergleichenden Studie untersucht.

Sie erzeugen höhere Kohlenstoffwerte als beispielsweise Lebensmittel: Schnittblumen. Foto: Pixabay

Zum CO2-Fußabdruck mit der LCA-Methode

Mit der Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Analysis, LCA) lassen sich Umweltauswirkungen von Produkten und Prozessen messen. Anhand der LCA-Methodik wurden die CO2-Emissionen von sieben Schnittblumen des britischen Einzelhandels im Hinblick auf Anbau und Transport untersucht. Ausgerichtet auf den Aspekt der Nachhaltigkeit wurden die Wassernutzung, die Verwendung von Düngemitteln sowie die Arbeitsbedingungen näher betrachtet, die als übliche Problematiken im Schnittblumenanbau gelten.

Laut der Untersuchung liegen die Emissionswerte bei niederländischen Lilien am höchsten, gefolgt von kenianischem Schleierkraut, niederländischen und kenianischen Rosen. Signifikant niedrigere Werte wiesen die von kommerziellen und kleinen Blumenzüchtern in Großbritannien erzeugten Lilien, Löwenmäulchen und Alstromerien auf.

Zentrale Emissions-Förderer sind der Transport, das Heizen und der gesamte Stromverbrauch. Damit trägt ein importiertes gemischtes Bouquet zu einem zehn Mal größeren CO2-Verbrauch bei als im Vergleich zu einem gemischten Strauß aus rein britischem Anbau.

Schnittblumen-Verständnis variiert stark

Das Verständnis um die wichtigsten Umweltprobleme des Blumenhandels unterscheidet sich erheblich zwischen Supermärkten, Verpackungsunternehmen, Floristen und Verbrauchern. Zudem sind die spezifischen Auswirkungen der unterschiedlichen Ansichten unklar. Der Druck durch Käufer und Supermärkte hat die ökologischen und ethischen Standards in der kenianischen Blumenzucht erhöht, obwohl Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und einem gerechten Zugang zu Wasserressourcen bestehen.

In der erstmals durchgeführten Studie wurde ein unter Glas und im Freien produzierter Blumenstrauß aus verschiedenen Ländern verglichen. Da bislang keine Daten zu britischen Schnittblumen existierten und nicht alle Blumensorten sowohl in Großbritannien, den Niederlanden als auch Kenia angebaut werden, konnte kein CO2-Fußabdruck im Vergleich ermittelt werden.

Verglichen wurde in der Studie ein Bouquet des mittleren Preissegments aus Rosen, Lilien und Schleierkraut bei Supermärkten oder Floristen, das einen direkten Vergleich mit einem gemischten Strauß aus britischen Blumen zum gleichen Preis zulässt.

Die Emissionswerte pro Stiel

Die Studie ermöglicht es, Alternativen mit geringerem Kohlenstoffgehalt zu verfolgen, anstatt Rosen oder Lilien aus verschiedenen Quellen zu vergleichen. Diese Vorgehensweise ist für kleine britische Blumenzüchter wie Mitglieder von Flowers from the Farm (FFTF) von geringer Bedeutung, da sie andere Sorten anbauen als Supermärkte oder Floristen. Für die Verbraucher sind die Emissionseinsparungen durch den Kauf von in Großbritannien angebauten Blumensträußen und Schnittblumen mit einer am größten und gehen mit einer längeren Lebensdauer in der Vase einher.

  • Niederländische Lilie: 3,478 kg CO2
  • Kenianisches Schleierkraut: 3,211 kg CO2
  • Holländische Rosen: 2,437 kg CO2
  • Kenianische Rosen: 2,407 kg CO2
  • Englische Lilie: 0,819 kg
  • Englischer Löwenmaul (oder jede im Freien angebaute Blume): 0,114 kg CO2-Stiel
  • Englische Alstromeria: 0,052 kg CO2

Die durch den Anbau im Freien in Kenia eingesparten Emissionen heben sich durch die Verwendung von Düngemitteln und Luftfrachtemissionen auf. Die in den niederländischen Gewächshäusern gezüchteten Blumen sind nach wie vor aufgrund hochautomatisierter Systeme und relativ ineffizienter Heizung und Beleuchtung sowie mehrerer hundert Meilen Transport mit hohen CO2-Emmissionswerten verbunden.

Die Emissionswerte pro Blumenstrauß

  • 5 kenianische Rosen + 3 holländische Lilie + 3 kenianisches Schleierkraut 31,132 kg Co2
  • 5 holländische Rosen + 3 holländische Lilie + 3 kenianisches Schleierkraut: 32.252 kg CO2
  • 5 im Freien gewachsene britische Löwenmäulchen + 3 Uk Lily + 3 britische Alstromerien: 3,287 kg CO2
  • 15 im Freien angebaute und im Inland verkaufte Stiele: 1,71 kg CO2

Während zwischen den niederländischen und kenianischen Blumensträußen kaum Unterschiede bestehen und einzig für kenianische Rosen ein geringerer Fußabdruck ermittelt wurde, liegt der Wert für britische Lilien und Alstromerien bei rund 10 Prozent. Ein im Freien angebauter Blumenstrauß aus gemischten Gartenblumen hat schätzungsweise rund fünf Prozent geringere CO2-Emissionen bei niederländischen und kenianischen Blumen.

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