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Zarte Lenzrosen

Während die klassischen Christrosen ihren Blütenschwerpunkt im Dezember haben und gerne als Adventsschmuck für drinnen und draußen eingesetzt werden, blühen die Lenzrosen später und sind ganz entzückende Vorfrühlingsboten. Von ihnen gibt es wunderschöne Sorten in vielen Pastelltönen, teilweise gefüllt blühend, oft mit interessanter Blütenzeichnung.

Lenzrosen im Topf: eine kreative Lösung in Kombination mit Carex 'Everillo'. Foto: Heuger

Lenzrosen: eine Alternative zur Christrose

Während die Christrose (Helleborus niger) in ihrer Wildform bei uns im mitteleuropäischen Alpenraum zuhause ist, hat die Lenzrose (Helleborus orientalis) ihren Lebensraum in den Bergregionen der Türkei bis in den Kaukasus hinein. Das spricht für ihre gute Winterhärte, und so wundert es auch gar nicht, dass einige Pflanzen inzwischen ihren Weg aus hiesigen Gärten in die freie Natur gefunden haben. In einigen Teilen Baden-Württembergs gehören sie inzwischen zur festen Vegetation.

Sie fühlt sich an halbschattigen Standorten am wohlsten, im Garten zum Beispiel unter nicht zu dicht stehenden Sträuchern und Bäumen. Der Platz darf im Sommer auch gerne etwas trockener werden, und herabfallendes Laub stört sie nicht, sondern es ist im Gegenteil ein guter Humuslieferant.

Das Besondere an den Lenzrosen sind ihre zarten, schalenförmigen, immer etwas nickenden Blüten in sanften gedeckten Rosa- und Cremenuancen, während die weihnachtliche Christrose in der Regel reinweiß blüht. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist ihre spätere Blütezeit, die sich meist von Februar bis in den April erstreckt.

Formenreichtum durch Züchtung

Sehr dekorativ sind auch Auslesen mit dunklen Blütenblättern und solche, die durch besondere Blütenzeichnungen wie zum Beispiel Punkte auffallen. Auch gefüllte Formen gibt es inzwischen. Während früher einfach nur die schönsten Sämlinge der Art ausgelesen wurden, unter denen mit etwas Glück auch besondere Farbschattierungen zu finden waren, kreuzen die Züchter heute auch andere Arten mit ein, überwiegend solche, die in Ost- und Südeuropa heimisch sind.

Auf diese Weise haben auch die Formen mit den wunderschönen Blütenzeichnungen Eingang in das Sortiment gefunden. Oft werden sie unter der Bezeichnung Helleborus x orientalis oder Orientalis-Hybriden geführt, ganz korrekt ist aber die Bezeichnung Helleborus-Hybriden, denn es handelt sich inzwischen um Kreuzungen nachfolgender Generationen mit einem vielfältigen Stammbaum.

Einige besonders schöne Sorten bietet zum Beispiel das Züchtungshaus Heuger unter dem Namen Spring Promise-Lenzrosen an. Dazu gehören Sorten mit ausdrucksstarken Pünktchenmustern wie zum Beispiel ‘Conny’ (Weiß mit Weinrot), ‘Mary Lou’ (Hellviolett mit Rotbraun)oder ‘Charlotte’, bei der die Punkte sich zu dicken Klecksen ausgewachsen haben und von einem schmalen weißen Rand umgeben sind. Bei ‘Sophie’ hingegen sind die cremegelben Blütenblätter lediglich mit zarten rötlichen Pinselstrichen versehen. (Katharina Adams)

Weitere Informationen zu Blüten mit dem gewissen Wow-Effekt, langlebigen Stauden und die verschiedenen Lenzrosen in der Übersicht, lesen Sie in der aktuellen Dezember-Ausgabe der g&v.

 

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